This text will be replaced
Dossier: Wohnen
Zurück zur Übersicht
Reportage: Schwarzwohnen in der DDR
Cornelia Wendt war 24 Jahre alt, als sie Anfang der 1980er Jahre die Tür einer leer stehenden Wohnung im Ost-Berliner Stadtteil Adlershof aufbrach und mit ihrem wenige Monate alten Sohn dort einzog. Sie wusste, dass sie nun schwarz wohnte, illegal, und jederzeit eine Anzeige bekommen oder zwangsgeräumt werden konnte. Doch was war ihre Alternative?
Die Vergabe von Wohnraum war in der DDR von staatlicher Seite gelenkt und mit langen Wartezeiten verbunden. Wer Anspruch auf Wohnraum hatte, bestimmte der Staat. Es gab "Vergabepläne", die den tatsächlichen Bedarf an Wohnraum jedoch nicht deckten. Für die allein erziehende Cornelia Wendt war kein eigener Wohnraum vorgesehen. Sie sollte sich mit ihrem Bruder und ihrem neugeborenen Kind in der Wohnung der Mutter ein Zimmer teilen. Da die staatlichen Stellen ihr nicht weiterhelfen konnten, wurde Cornelia Wendt zur "Schwarzwohnerin" - eine Form der Selbsthilfe, die sehr verbreitet war, mit der die junge Mutter aber auch aneckte. "So jung, so dreckig!", beschimpfte eine ältere Hausbewohnerin die selbstbestimmte Schwarzwohnerin im Treppenhaus.
Wie Cornelia Wendt ging es Zehntausenden in der DDR. Das schätzt zumindest der Leipziger Historiker Udo Grashoff, der 2011 zwei Bücher zum Thema "Schwarzwohnen" veröffentlichte: "Schwarzwohnen. Die Unterwanderung der staatlichen Wohnraumlenkung in der DDR" und "Leben im Abriss". DeineGeschichte sprach mit dem Autor und der ehemaligen Schwarzwohnerin Cornelia Wendt. Zu sehen sind ferner Ausschnitte aus dem Thomas Heise-Film "Das Haus" (1984).
Interviews: Sophia Ihle / Kamera: Melanie Zemsauer / Schnitt: Johannes Girke
Ausschnitte aus dem Film "Das Haus" mit freundlicher Genehmigung des Bundesarchivs, Abteilung Filmarchiv und Thomas Heise. Der Film "Das Haus / 1984" ist unter dem Titel "Material" in der "Edition Filmmuseum 56" erschienen.
Foto: flickr / Stafford Student
Die Vergabe von Wohnraum war in der DDR von staatlicher Seite gelenkt und mit langen Wartezeiten verbunden. Wer Anspruch auf Wohnraum hatte, bestimmte der Staat. Es gab "Vergabepläne", die den tatsächlichen Bedarf an Wohnraum jedoch nicht deckten. Für die allein erziehende Cornelia Wendt war kein eigener Wohnraum vorgesehen. Sie sollte sich mit ihrem Bruder und ihrem neugeborenen Kind in der Wohnung der Mutter ein Zimmer teilen. Da die staatlichen Stellen ihr nicht weiterhelfen konnten, wurde Cornelia Wendt zur "Schwarzwohnerin" - eine Form der Selbsthilfe, die sehr verbreitet war, mit der die junge Mutter aber auch aneckte. "So jung, so dreckig!", beschimpfte eine ältere Hausbewohnerin die selbstbestimmte Schwarzwohnerin im Treppenhaus.
Wie Cornelia Wendt ging es Zehntausenden in der DDR. Das schätzt zumindest der Leipziger Historiker Udo Grashoff, der 2011 zwei Bücher zum Thema "Schwarzwohnen" veröffentlichte: "Schwarzwohnen. Die Unterwanderung der staatlichen Wohnraumlenkung in der DDR" und "Leben im Abriss". DeineGeschichte sprach mit dem Autor und der ehemaligen Schwarzwohnerin Cornelia Wendt. Zu sehen sind ferner Ausschnitte aus dem Thomas Heise-Film "Das Haus" (1984).
Interviews: Sophia Ihle / Kamera: Melanie Zemsauer / Schnitt: Johannes Girke
Ausschnitte aus dem Film "Das Haus" mit freundlicher Genehmigung des Bundesarchivs, Abteilung Filmarchiv und Thomas Heise. Der Film "Das Haus / 1984" ist unter dem Titel "Material" in der "Edition Filmmuseum 56" erschienen.
Foto: flickr / Stafford Student






