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Dossier: Osteuropa

O-Ton: "Paneuropäisches Picknick" (Serie "Mauersplitter")

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Ein ORF-Reporter schildert die Massenflucht über die ungarische Grenze
 
"Das Ganze hat sich so abgespielt, dass hier ein Fest der Paneuropa-Bewegung geplant war. Das heißt, Anhänger dieser Bewegung auf ungarischer und österreichischer Seite haben sich dort getroffen, um ein friedliches Zusammentreffen zu feiern. Ein Tor im Stacheldraht wurde geöffnet und plötzlich kamen mehr oder weniger unerwartet eine Menge DDR-Bürger, tauchten an der Grenze auf. In der Hand hatten sie bereits frisch ausgestellte Pässe der deutschen Botschaft in Budapest und die Grenzsoldaten ließen die DDR-Bürger eigentlich unbehelligt über die Grenze marschieren. Angeblich hat man schon Tage zuvor in Budapest und Sopron - das ist eine Grenzstadt in der Nähe der österreichischen Grenze - Flugzettel verteilt. Das heißt, die Flüchtlinge haben von diesem Fest gewusst, inoffiziell sagt man auch, dass die Grenzwächter davon gewusst haben, das heißt, man war einigermaßen darauf vorbereitet. Man war nicht darauf vorbereitet, dass so viele kommen würden. Das Ganze hat sich so abgespielt, dass sie mit dem Auto in die Nähe der Grenze hinfahren konnten, wurden dort dann angehalten, ließen das Auto mit allem stehen und gingen dann praktisch mit nichts als den Kleidern am Körper über die Grenze drüber. Nach Augenzeugenberichten ist die Grenze noch immer offen und man nimmt auch an, dass sie wahrscheinlich über Nacht auch offen bleiben wird."
 
 
"Mauersplitter" war eine 218-teilige O-Ton Dokumentation des Deutschlandfunks zum Jubiläum des Mauerfalls. Die Sendereihe startete am 18. August 2009 und endete am 18. März 2010 mit dem 20. Jahrestag der ersten freien Wahlen in der DDR. Sie wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeitet.

Bekannte wie vergessene Dokumente dieser Zeit wurden ins Gedächtnis gerufen. Die Mauersplitter waren ein akustisches Mosaik aus Originaltönen und Textzitaten, die – nie länger als eine Minute – zum Erinnern, Reflektieren und Weiterdenken einladen sollten. Von August bis März ein Tondokument für jeden Tag. Aus dem scheinbar Fragmentarischen entstand so ein akustischer roter Faden, der das dramatische Geschehen jener Zeit durchwirkte und ihm eine innere Logik verlieh. 

In den Mauersplittern wurde ausschließlich unkommentiertes Originalmaterial präsentiert. Dafür wurden nicht nur die Archive des Deutschlandradios herangezogen, sondern auch in den Archiven der Birthler-Behörde, der Robert-Havemann-Stiftung und im Deutschen Rundfunkarchiv, das die Bestände des DDR-Rundfunks und -Fernsehens beherbergt, recherchiert. 

Einige der Mauersplitter wurden DeineGeschichte vom Deutschlandfunk bzw. dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
 
Alle Frequenzen vom Deutschlandfunk stehen hier.
 
 
Foto: VivaoPictures/flickr
 
 
 

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