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Mauersplitter: "Ich liebe doch alle"

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Deutschlandfunk

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Der ehemalige Stasi-Chef Erich Mielke am 13. November 1989 vor der DDR-Volkskammer
 
"Wir haben, Genossen, liebe Abgeordnete, einen außerordentlich hohen Kontakt mit allen werktätigen Menschen in überall... ja, wir haben einen Kontakt, ja wir haben einen Kontakt, ihr werdet gleich hören ... ihr werdet gleich hören, warum. Wir haben den Auftrag erst mal gehabt als Allerwichtigstes alles aufzudecken, was gegen den Frieden sich richtete, und wir haben hervorragende Informationen geliefert, die die Entwicklungen jetzt zu sich ... soweit brachten, wie wir sie heute haben, Genossen. Aber, einen Moment mal bitte."
 
Sitzungsleiter: "Ja, bitte?"
 
Abgeordneter: "Zur Geschäftsordnung: Ich bitte doch endlich dafür zu sorgen - in dieser Kammer sitzen nicht nur Genossen. Ich bitte ..."
 
Mielke: "Ich bitte um Verzeihung. Das ist doch nur 'ne natürliche, menschliche Frage. Das ist doch eine formale Frage. Ich liebe ... ich liebe doch alle, alle Menschen ... Ich liebe doch, ich setze mich doch dafür ein ..." 
 
 
 
"Mauersplitter" war eine 218-teilige O-Ton Dokumentation des Deutschlandfunks zum Jubiläum des Mauerfalls. Die Sendereihe startete am 18. August 2009 und endete am 18. März 2010 mit dem 20. Jahrestag der ersten freien Wahlen in der DDR. Sie wurde in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeitet.

Bekannte wie vergessene Dokumente dieser Zeit wurden ins Gedächtnis gerufen. Die Mauersplitter waren ein akustisches Mosaik aus Originaltönen und Textzitaten, die – nie länger als eine Minute – zum Erinnern, Reflektieren und Weiterdenken einladen sollten. Von August bis März ein Tondokument für jeden Tag. Aus dem scheinbar Fragmentarischen entstand so ein akustischer roter Faden, der das dramatische Geschehen jener Zeit durchwirkte und ihm eine innere Logik verlieh. 

In den Mauersplittern wurde ausschließlich unkommentiertes Originalmaterial präsentiert. Dafür wurden nicht nur die Archive des Deutschlandradios herangezogen, sondern auch in den Archiven der Birthler-Behörde, der Robert-Havemann-Stiftung und im Deutschen Rundfunkarchiv, das die Bestände des DDR-Rundfunks und -Fernsehens beherbergt, recherchiert. 

Einige der Mauersplitter wurden DeineGeschichte vom Deutschlandfunk bzw. dem Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
 
Alle Frequenzen vom Deutschlandfunk stehen hier.
 
 
Foto: VivaoPictures/flickr
 
 
 

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