Dossier: 17. Juni 1953
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Rezension: Zwei Aufstände, zwei Länder, ein Ziel
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Datum
11.04.2011
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Lehrfilm "Aufstand gegen die Diktatur" veranschaulicht die Volksaufstände in der DDR 1953 und Ungarn 1956 mittels historischer Aufnahmen
Vor fast 60 Jahren, am 17. Juni 1953, gingen tausende von Arbeitern in Ostberlin auf die Straße, um ihre Stimme gegen die stalinistische DDR-Regierung zu erheben. Gut drei Jahre später, am 23. Oktober 1956, begannen auch die Bürger Budapests, die meisten von ihnen Studenten und Arbeiter, gegen die kommunistische Diktatur der sowjetischen Besatzungsmacht zu protestieren. Wie es überhaupt zu den beiden Aufständen kam, und welche politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sie hatten, führt der Film "Aufstand gegen die Diktatur" vor Augen. Anhand von vorwiegend historischem Bild-, Ton- und Filmmaterial werden in zwei Hauptfilmen à 18 und 24 Minuten Vorgeschichte, Verlauf und Folgen der Volksaufstände in der DDR und Ungarn vergegenwärtigt.
Während die Vorgeschichte der Aufstände, die Ost-West-Konfrontation und der Kalte Krieg anhand von Fotografien, Plakaten und Landkarten lediglich einen kurzen Abriss im Einführungskapitel findet, bieten die historischen Film-, Rundfunk- und Fotomaterialien im jeweiligen Film zum DDR- bzw. ungarischen Aufstand einen umfassenden Überblick zur Thematik. Der Schwerpunkt im ersten Film, "Deutschland – 17. Juni 1953", liegt dabei vorwiegend auf Filmausschnitten der "Neuen Deutschen Wochenschau", denen ein Kommentar übergelegt ist. Faktisch fundiert nimmt dieser keine bewertende Funktion ein, sodass Authentizität und Wirkung des Filmmaterials in ihrem neuen Kontext zur Geltung kommen können. Durch den Wechsel zwischen Kommentar und Originalton erhält der Zuschauer einerseits Informationen zu den Geschehnissen und andererseits die Möglichkeit, sich mit den Umständen und vor allem Hintergründen auseinanderzusetzen. Inwiefern sich zudem die Berichterstattung im geteilten Deutschland unterschied, verdeutlichen die ost- bzw. westspezifischen Wochenschau-Auszüge. Zur Vertiefung und Schwerpunktsetzung sind neben verschiedenen Plakaten und Fotografien einige Filmausschnitte in den Unterkapiteln zum jeweiligen Hauptfilm abrufbar.
Auch der Film zum ungarischen Volksaufstand, "Ungarn – Oktober 1956", umfasst zahlreiche historische Aufnahmen. Anders als beim ersten Film jedoch treten zusätzlich Aussagen von unterschiedlichen Zeitzeugen hinzu. Damit ist nicht nur eine umfassende Informationsbandbreite, sondern auch eine abwechslungsreiche Struktur innerhalb der historischen Dokumentation gegeben. Der Film wirkt aufgelockert und zugleich informativ tiefgründig. Insgesamt ist der nüchterne Ton, wie er beim Beitrag zum DDR-Aufstand zu bemerken ist, leicht zurückgenommen. So soll mittels Handkameraaufnahmen die Situation eines Aufstandsbeteiligten simuliert werden.
Im letzten Kapitel bietet sich schließlich die Möglichkeit, die Aufstände anhand von Bild-, Ton- und Videoausschnitten auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu untersuchen. Zur weiteren Vertiefung des Themas befinden sich Arbeitsmaterialien und weitere Hinweise auf der DVD.
Insgesamt legt der Film seinen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Lehr- bzw. Geschichtsinhalten mittels historisch-medialen Materials. Damit setzt er als authentizitätsstiftendes und didaktisch ertragreiches Medium nicht nur direkt beim Thema Aufstand an, sondern verdeutlicht bildhaft, was es hieß, sich gegen eine Diktatur aufzulehnen. Untermauert wird dies durch Daten und Fakten, die im Gedächtnis bleiben, ohne den Rezipienten in ihrer Fülle zu überfordern.
Herausgeber:
Stiftung Aufarbeitung
FWU – Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
Länge:
56 min
Die DVD ist bei der Stiftung Aufarbeitung oder im FWU-Shop erhältlich.
Karo Krämer
Foto: Leiziger Straße, Berlin am 17. Juni 1953 © flickr / swarve
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Vor fast 60 Jahren, am 17. Juni 1953, gingen tausende von Arbeitern in Ostberlin auf die Straße, um ihre Stimme gegen die stalinistische DDR-Regierung zu erheben. Gut drei Jahre später, am 23. Oktober 1956, begannen auch die Bürger Budapests, die meisten von ihnen Studenten und Arbeiter, gegen die kommunistische Diktatur der sowjetischen Besatzungsmacht zu protestieren. Wie es überhaupt zu den beiden Aufständen kam, und welche politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen sie hatten, führt der Film "Aufstand gegen die Diktatur" vor Augen. Anhand von vorwiegend historischem Bild-, Ton- und Filmmaterial werden in zwei Hauptfilmen à 18 und 24 Minuten Vorgeschichte, Verlauf und Folgen der Volksaufstände in der DDR und Ungarn vergegenwärtigt.
Während die Vorgeschichte der Aufstände, die Ost-West-Konfrontation und der Kalte Krieg anhand von Fotografien, Plakaten und Landkarten lediglich einen kurzen Abriss im Einführungskapitel findet, bieten die historischen Film-, Rundfunk- und Fotomaterialien im jeweiligen Film zum DDR- bzw. ungarischen Aufstand einen umfassenden Überblick zur Thematik. Der Schwerpunkt im ersten Film, "Deutschland – 17. Juni 1953", liegt dabei vorwiegend auf Filmausschnitten der "Neuen Deutschen Wochenschau", denen ein Kommentar übergelegt ist. Faktisch fundiert nimmt dieser keine bewertende Funktion ein, sodass Authentizität und Wirkung des Filmmaterials in ihrem neuen Kontext zur Geltung kommen können. Durch den Wechsel zwischen Kommentar und Originalton erhält der Zuschauer einerseits Informationen zu den Geschehnissen und andererseits die Möglichkeit, sich mit den Umständen und vor allem Hintergründen auseinanderzusetzen. Inwiefern sich zudem die Berichterstattung im geteilten Deutschland unterschied, verdeutlichen die ost- bzw. westspezifischen Wochenschau-Auszüge. Zur Vertiefung und Schwerpunktsetzung sind neben verschiedenen Plakaten und Fotografien einige Filmausschnitte in den Unterkapiteln zum jeweiligen Hauptfilm abrufbar.
Auch der Film zum ungarischen Volksaufstand, "Ungarn – Oktober 1956", umfasst zahlreiche historische Aufnahmen. Anders als beim ersten Film jedoch treten zusätzlich Aussagen von unterschiedlichen Zeitzeugen hinzu. Damit ist nicht nur eine umfassende Informationsbandbreite, sondern auch eine abwechslungsreiche Struktur innerhalb der historischen Dokumentation gegeben. Der Film wirkt aufgelockert und zugleich informativ tiefgründig. Insgesamt ist der nüchterne Ton, wie er beim Beitrag zum DDR-Aufstand zu bemerken ist, leicht zurückgenommen. So soll mittels Handkameraaufnahmen die Situation eines Aufstandsbeteiligten simuliert werden.
Im letzten Kapitel bietet sich schließlich die Möglichkeit, die Aufstände anhand von Bild-, Ton- und Videoausschnitten auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu untersuchen. Zur weiteren Vertiefung des Themas befinden sich Arbeitsmaterialien und weitere Hinweise auf der DVD.
Insgesamt legt der Film seinen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Lehr- bzw. Geschichtsinhalten mittels historisch-medialen Materials. Damit setzt er als authentizitätsstiftendes und didaktisch ertragreiches Medium nicht nur direkt beim Thema Aufstand an, sondern verdeutlicht bildhaft, was es hieß, sich gegen eine Diktatur aufzulehnen. Untermauert wird dies durch Daten und Fakten, die im Gedächtnis bleiben, ohne den Rezipienten in ihrer Fülle zu überfordern.
Herausgeber:
Stiftung Aufarbeitung
FWU – Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
Länge:
56 min
Die DVD ist bei der Stiftung Aufarbeitung oder im FWU-Shop erhältlich.
Karo Krämer
Foto: Leiziger Straße, Berlin am 17. Juni 1953 © flickr / swarve






