Dossier: Mauerbau
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Buchrezension: Als die Grenze Deutschland trennte
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Datum
06.07.2011
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Mauer, Grenze & Flucht
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Fast 50 Jahre ist es her, dass die damalige DDR-Regierung eine Grenze durch Deutschland errichten ließ. 28 Jahre lang trennte der Betonwall daraufhin nicht nur die Gebiete West- und Ostberlin voneinander, sondern separierte vor allem Familien und soziale Kontakte. Welche historischen und politischen Ereignisse zum Mauerbau führten, und wie sich daraufhin das Leben von Ost- und Westdeutschen veränderte, greift der Politikwissenschaftler Peter Joachim Lapp in dem Sachbuch "Die Mauer – Eine Grenze durch Deutschland" auf.
In einer kurzen Einführung beschreibt der Autor zunächst die historischen Umstände, welche dem Mauerbau vorausgingen. Nachdem sich die Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg nicht über die Verwaltung Deutschlands hatten einigen können, kam es zur Bildung von vier Besatzungszonen. Diese unterschieden sich nicht nur territorial, sondern vor allem administrativ voneinander. Während die Westmächte der deutschen Bevölkerung größere politische und wirtschaftliche Befugnisse einräumten, unterstanden die Menschen im Ostsektor der strengen kommunistischen Sowjet-Regierung. Mit der zunehmenden Entfremdungen zwischen West- und Ost-Alliierten verhärteten sich auch mehr und mehr die Fronten zwischen den einzelnen Währungsgebieten. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde schließlich eine gefestigte Staatsgrenze zwischen zwei konträren politischen Systemen gezogen: der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik.
Wie die zivile und politische Gesellschaft in Ost und West jeweils mit der Grenzerrichtung umging, erläutert Lapp im Kontext der zahlreichen Flucht- und Migrationsbewegungen, die kurz nach dem Mauerbau stattfanden. Anzahl und Zeitraum der Emigrationen von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik werden dabei vor allem von Statistiken und Chronologien gestützt. Während die Bundesrepublik einen Grenzdurchlass nach Osten plante, bildete die Mauer für die DDR ein politisches Bollwerk, das den kommunistischen Ostsektor vor dem kapitalistischen Westen schützen sollte. In zunehmendem Maß ließ der "Bauern-und-Arbeiter-Staat" die Grenzübergänge durch Volkspolizei und Grenztruppen überwachen, um das Volk – notfalls unter dem Einsatz von Schusswaffen – vor der Flucht in den Westen zu hindern.
Abschließend folgt eine chronologische Auflistung aller historischer Eckdaten zwischen dem Londoner Protokoll 1944 bis hin zur Wiedervereinigung. Dadurch gewinnt der Leser zwar eine gute Übersicht zur zeitgeschichtlichen Orientierung. Das Resümee des Autors über die DDR, die er als ein "System, dass (sic!) letztlich in der Ära Honecker an seinen eigenen Fehlern zu Grunde ging (…)" beschreibt, wirkt allerdings in der Tat mehr wie der stark subjektiv anhaftende "Versuch einer Bilanz ".
Insgesamt beinhaltet die Publikation zahlreiche Daten und Fakten, die primär die gesellschaftlichen Umstände, wie die Anzahl der Flüchtlinge oder beim Fluchtversuch getöteten Menschen, verdeutlichen. Dass einige Textstellen von subjektiver Färbung sind, erschließt sich neben der Brisanz des Themas vor allem vor dem Hintergrund, dass Lapp selbst vier Jahre lang in Stasi-Haft war. Durch die Einbettung faktisch-fundierter Statistiken sowie historischer Zitate und Fotografien, mittels derer sich der Leser selbst ein Bild von den damaligen Gegebenheiten machen kann, bricht der Autor zwar einerseits die Statik des reinen Fließtextes auf, andererseits wirkt die Einbettung zu vieler Statistiken und Tabellen schnell ungeordnet und überfrachtet. Der Versuch, Fakten auf der einen Seite und persönliche Umschreibungen auf der anderen Seite in der etwa 100 Seiten umfassenden Lektüre unterzubringen, erweckt den Eindruck einer ausgeprägten inhaltlichen als auch formellen Heterogenität. Zudem findet sich zwar eine Auflistung der verwendeten (Fach-)Literatur im Quellenverzeichnnis, insbesondere der Umgang mit den zitierten Tabellen erweist sich jedoch teilweise als schwierig, da die Quellen nicht immer direkt ersichtlich sind. Auch wenn es viele Daten und Fakten zur Mauer gibt – manchmal ist weniger eben doch mehr.
Das Buch erschien 2011 bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und Bundesstiftung Aufarbeitung und ist hier erhältlich.
Karo Krämer
Foto: flickr / Hellebardius
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In einer kurzen Einführung beschreibt der Autor zunächst die historischen Umstände, welche dem Mauerbau vorausgingen. Nachdem sich die Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg nicht über die Verwaltung Deutschlands hatten einigen können, kam es zur Bildung von vier Besatzungszonen. Diese unterschieden sich nicht nur territorial, sondern vor allem administrativ voneinander. Während die Westmächte der deutschen Bevölkerung größere politische und wirtschaftliche Befugnisse einräumten, unterstanden die Menschen im Ostsektor der strengen kommunistischen Sowjet-Regierung. Mit der zunehmenden Entfremdungen zwischen West- und Ost-Alliierten verhärteten sich auch mehr und mehr die Fronten zwischen den einzelnen Währungsgebieten. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde schließlich eine gefestigte Staatsgrenze zwischen zwei konträren politischen Systemen gezogen: der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik.
Wie die zivile und politische Gesellschaft in Ost und West jeweils mit der Grenzerrichtung umging, erläutert Lapp im Kontext der zahlreichen Flucht- und Migrationsbewegungen, die kurz nach dem Mauerbau stattfanden. Anzahl und Zeitraum der Emigrationen von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik werden dabei vor allem von Statistiken und Chronologien gestützt. Während die Bundesrepublik einen Grenzdurchlass nach Osten plante, bildete die Mauer für die DDR ein politisches Bollwerk, das den kommunistischen Ostsektor vor dem kapitalistischen Westen schützen sollte. In zunehmendem Maß ließ der "Bauern-und-Arbeiter-Staat" die Grenzübergänge durch Volkspolizei und Grenztruppen überwachen, um das Volk – notfalls unter dem Einsatz von Schusswaffen – vor der Flucht in den Westen zu hindern.
Abschließend folgt eine chronologische Auflistung aller historischer Eckdaten zwischen dem Londoner Protokoll 1944 bis hin zur Wiedervereinigung. Dadurch gewinnt der Leser zwar eine gute Übersicht zur zeitgeschichtlichen Orientierung. Das Resümee des Autors über die DDR, die er als ein "System, dass (sic!) letztlich in der Ära Honecker an seinen eigenen Fehlern zu Grunde ging (…)" beschreibt, wirkt allerdings in der Tat mehr wie der stark subjektiv anhaftende "Versuch einer Bilanz ".
Insgesamt beinhaltet die Publikation zahlreiche Daten und Fakten, die primär die gesellschaftlichen Umstände, wie die Anzahl der Flüchtlinge oder beim Fluchtversuch getöteten Menschen, verdeutlichen. Dass einige Textstellen von subjektiver Färbung sind, erschließt sich neben der Brisanz des Themas vor allem vor dem Hintergrund, dass Lapp selbst vier Jahre lang in Stasi-Haft war. Durch die Einbettung faktisch-fundierter Statistiken sowie historischer Zitate und Fotografien, mittels derer sich der Leser selbst ein Bild von den damaligen Gegebenheiten machen kann, bricht der Autor zwar einerseits die Statik des reinen Fließtextes auf, andererseits wirkt die Einbettung zu vieler Statistiken und Tabellen schnell ungeordnet und überfrachtet. Der Versuch, Fakten auf der einen Seite und persönliche Umschreibungen auf der anderen Seite in der etwa 100 Seiten umfassenden Lektüre unterzubringen, erweckt den Eindruck einer ausgeprägten inhaltlichen als auch formellen Heterogenität. Zudem findet sich zwar eine Auflistung der verwendeten (Fach-)Literatur im Quellenverzeichnnis, insbesondere der Umgang mit den zitierten Tabellen erweist sich jedoch teilweise als schwierig, da die Quellen nicht immer direkt ersichtlich sind. Auch wenn es viele Daten und Fakten zur Mauer gibt – manchmal ist weniger eben doch mehr.
Das Buch erschien 2011 bei der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und Bundesstiftung Aufarbeitung und ist hier erhältlich.
Karo Krämer
Foto: flickr / Hellebardius






