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Dossier: Frauen in Haft

Interview: "Die Frauen von Workuta" - Teil 1

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Datum

19.04.2012

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Anita Wille war 19 Jahre alt, als sie im April 1951 - wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit einem Westdeutschen - verhaftet wurde. Vermutlich wurde der Ostdeutschen die Liebesbeziehung zum "Klassenfeind" zum Verhängnis. 13 Monate war die junge Frau in Halle inhaftiert - in der berüchtigten Haftanstalt "Roter Ochse".
 
Der "Rote Ochse" wurde zu dieser Zeit sowohl von der DDR-Justiz als auch von der sowjetischen Militäradministration genutzt. Wille war Gefangene der sowjetischen Militärverwaltung. Sie wurde zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt und 1952 in die Sowjetunion verlegt. Über mehrere Stationen gelangte sie in das nordrussische Strafgefangenenlager Workuta. "Diese Entfernung und kein Kontakt... Wir dachten, wir kommen hier nie mehr raus.", erinnert sich Wille im Video-Interview an ihre Zeit in Workuta.
 
Die verzweifelte Lage der in der Sowjetunion inhaftierten Deutschen - Zivil- und Kriegsgefangene gleichermaßen - änderte sich erst nach Stalins Tod (1953) und im Zusammenhang mit Konrad Adenauers Moskaureise (1955). Ende 1955 wurde Anita Wille vorzeitig entlassen, kehrte in die DDR zurück und floh von dort nach Westdeutschland.
 
 
Timeline - Das Interview im Überblick:
 
00:00 bis 00:37: Unmittelbare Nachkriegszeit. Wille lernt einen Westdeutschen kennen und eröffnet mit ihm eine Gastwirtschaft.
00:37 bis 01:50: Verhaftung. Verurteilung zu 25 Jahren Arbeitslager. Haftzeit in Bitterfeld und Halle.
01:50 bis 03:31: Verlegung nach Russland. Über Brest-Litowsk, Gomel, Moskau, Rusajewka nach Workuta.
03:31 bis 04:08: Die Kleidung in Workuta.
04:08 bis 07:11: Alltag in Workuta. Morgenappell, Ernährung, Zwangsarbeit. Kein Kontakt zur Heimat. Hygiene und Umgang mit  Krankheit. Heimweh und gegenseitiger Trost.
07:11 bis 08:25: Hafterleichterungen nach Stalins Tod. Endlich Kontakt zur Heimat. Erste Entlassungen. Verlegung Willes nach Gorki und Potma.
08:25 bis 10:34: Verhandlungen Adenauers in Moskau über Rückkehr von Kriegsgefangenen. Weitere Entlassungen. Entlassung Willes und Rückkehr in die DDR. Flucht nach West-Berlin. Wille lernt ihren späteren Mann kennen.
Gesamtlänge: 10:34 min.
 
 
Hinweis:
 
Das Interview mit Anita Wille ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbRin Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
 
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
2. Interview mit der Zeitzeugin Edith Fadtke.
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson.
4. Interview mit der Zeitzeugin Herta Lahne.
5. Interview mit der Zeitzeugin Irmgard Nitz.
 
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR
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