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Dossier: Frauen in Haft
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Interview: "Die Frauen von Workuta" - Teil 2
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26.04.2012
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Edith Fadtke war 22 Jahre alt, als man sie mit dem Verdacht der Spionage für den Westen verhaftete. Sie wurde dabei erwischt, wie sie Kennzeichen sowjetischer Autos notierte. Man verurteilte Fadtke zu 25 Jahren Zwangsarbeit.
"Man denkt natürlich 'Das war's', aber man ist ja jung und wenn die Menschheit nicht so einen grandiosen Überlebenswillen hätte, dann würde die Menschheit
heut' gar nicht mehr existieren - und den Willen hatte man ja.", sagt Fadtke über ihre Gefühle nach dem Urteil. Wie auch andere Gefangene gelangte sie, nach verschiedenen Stationen, im Jahr 1952 in das nordrussische Strafgefangenenlager Workuta.
Im Interview schildert Fadtke, wie sich die schwierige und beengende Situation der Frauen im Lager nach dem Tod von Stalin (1953) veränderte. So wurden die Baracken nachts nicht mehr verschlossen und es gab Überlegungen, die Gefangenen ohne Wachschutz außerhalb des Lagers arbeiten zu lassen. Dies lehnten die inhaftierten Frauen jedoch aus Angst vor Übergriffen der umliegenden Bevölkerung ab.
Ende 1954 wurden alle ausländischen Gefangenen des Lagers in Etappen in andere Strafanstalten überführt. Nach dem Moskau-Besuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer im Jahr 1955 wurden die deutschen Gulag-Gefangenen entlassen. Fadtke kehrte nach Deutschland zurück und setzte sich in den Westen ab.
Timeline - Das Interview im Überblick:
00:00 bis 00:42: Nachkriegszeit. Fadtke schildert die schwierigen Lebensbedingungen.
00:43 bis 01:31: Besuch eines Russisch-Lehrgangs in Brandenburg an der Havel. Fadtke wird Russischlehrerin, quittiert ihren Dienst jedoch bereits nach einem Jahr.
01:32 bis 02:47: Arbeit in verschiedenen Kasernen als Übersetzerin. Fadtke führt Revisionen durch für deutsche Lieferanten.
02:48 bis 03:42: Kontakt zu Personen aus Westdeutschland. Fadtke lässt sich dazu überreden, russische Autokennzeichen zu notieren
03:43 bis 04:57: Verhaftung und Verurteilung zu 25 Jahren Zwangsarbeit.
04:58 bis 06:00: Transport nach Workuta über verschiedene Stationen.
06:01 bis 14:29: Endstation Workuta. Fadtke beschreibt das Lager und ihre Zeit dort.
14:30 bis 16:03: Veränderung der Situation in Workuta nach Stalins Tod.
16:04 bis 17:04: ab 1954 Überführung in andere Gefangenenlager.
17:05 bis 18:41: Entlassung. Fadtke setzt sich in den Westen ab.
Gesamtlänge: 18:41 min.
Das Interview mit Edith Fadtke ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
1. Interview mit der Zeitzeugin Anita Wille
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson.
4. Interview mit der Zeitzeugin Herta Lahne.
5. Interview mit der Zeitzeugin Irmgard Nitz.
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR
"Man denkt natürlich 'Das war's', aber man ist ja jung und wenn die Menschheit nicht so einen grandiosen Überlebenswillen hätte, dann würde die Menschheit
heut' gar nicht mehr existieren - und den Willen hatte man ja.", sagt Fadtke über ihre Gefühle nach dem Urteil. Wie auch andere Gefangene gelangte sie, nach verschiedenen Stationen, im Jahr 1952 in das nordrussische Strafgefangenenlager Workuta.
Im Interview schildert Fadtke, wie sich die schwierige und beengende Situation der Frauen im Lager nach dem Tod von Stalin (1953) veränderte. So wurden die Baracken nachts nicht mehr verschlossen und es gab Überlegungen, die Gefangenen ohne Wachschutz außerhalb des Lagers arbeiten zu lassen. Dies lehnten die inhaftierten Frauen jedoch aus Angst vor Übergriffen der umliegenden Bevölkerung ab.
Ende 1954 wurden alle ausländischen Gefangenen des Lagers in Etappen in andere Strafanstalten überführt. Nach dem Moskau-Besuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer im Jahr 1955 wurden die deutschen Gulag-Gefangenen entlassen. Fadtke kehrte nach Deutschland zurück und setzte sich in den Westen ab.
Timeline - Das Interview im Überblick:
00:00 bis 00:42: Nachkriegszeit. Fadtke schildert die schwierigen Lebensbedingungen.
00:43 bis 01:31: Besuch eines Russisch-Lehrgangs in Brandenburg an der Havel. Fadtke wird Russischlehrerin, quittiert ihren Dienst jedoch bereits nach einem Jahr.
01:32 bis 02:47: Arbeit in verschiedenen Kasernen als Übersetzerin. Fadtke führt Revisionen durch für deutsche Lieferanten.
02:48 bis 03:42: Kontakt zu Personen aus Westdeutschland. Fadtke lässt sich dazu überreden, russische Autokennzeichen zu notieren
03:43 bis 04:57: Verhaftung und Verurteilung zu 25 Jahren Zwangsarbeit.
04:58 bis 06:00: Transport nach Workuta über verschiedene Stationen.
06:01 bis 14:29: Endstation Workuta. Fadtke beschreibt das Lager und ihre Zeit dort.
14:30 bis 16:03: Veränderung der Situation in Workuta nach Stalins Tod.
16:04 bis 17:04: ab 1954 Überführung in andere Gefangenenlager.
17:05 bis 18:41: Entlassung. Fadtke setzt sich in den Westen ab.
Gesamtlänge: 18:41 min.
Hinweis:
Das Interview mit Edith Fadtke ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
1. Interview mit der Zeitzeugin Anita Wille
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson.
4. Interview mit der Zeitzeugin Herta Lahne.
5. Interview mit der Zeitzeugin Irmgard Nitz.
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR






