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Dossier: Frauen in Haft
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Interview: "Die Frauen von Workuta" - Teil 5
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23.05.2012
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Irmard Nitz steckte mitten in den Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit, als sie Anfang der 1950er Jahre unter einem falschen Vorwand verhaftet wurde. Vor ihrer Verhaftung arbeitete sie als Sekretärin im Gesundheitsministerium der DDR und genoss die Freiheiten der Nachkriegszeit.
Den eigentlichen Grund ihrer Verhaftung erfuhr Nitz erst im Gefängis Berlin-Hohenschönhausen. Sie war denunziert worden, weil sie sich kritisch über den DDR-Vorzeige-Arbeiter Adolf Hennecke geäußert hatte: "So wie der aussieht, hat der noch nie ein Hammer in der Hand gehalten." Für diese Aussage, vielleicht auch weil sie durch häufige Besuche in West-Berlin "auffällig" geworden war, wurde Nitz zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Wie viele andere politische Häftlinge aus der Zeit der Sowjetischen Besatzung und frühen DDR wurde auch Irmgard Nitz in das nordrussische Straflager Workuta gebracht. Als Mitte der 1950er Jahre die Botschaft von ihrer Amnestierung kam, konnte sie es zunächst nicht wirklich glauben. Erst als Nitz bereits den Fahrschein nach Hause in der Hand hielt, begriff sie ihr Glück.
In Workuta bekam Nitz von einer Mitgefangenen ein kleines Büchlein geschenkt. Dort notierte Nitz, welche Briefe und Pakete sie im Lager erhalten hatte. Signiert hatte ihre "Kameradin" das Büchlein mit den Worten: "Anfangs wollt`ich fast verzagen und ich glaubt ich trüg es nie und ich hab es doch ertragen, aber frag mich bloß nicht wie."
Timeline - Das Interview im Überblick:
00:00 bis 01:32: Nachkriegszeit. Nitz genießt die neuen Freiheiten. Sie arbeitet als Sekretärin im Gesundheitsministerium. Planung der Hochzeit.
01:33 bis 05:40: Nitz wird beschuldigt, eine Handtasche gestohlen zu haben. Transport nach Berlin-Hohenschönhausen. Dort lautet der eigentliche Vorwurf: Verunglimpfung des Aktivisten Adolf Hennecke. Urteil: 25 Jahre Arbeitslager.
05:41 bis 06:13: Transport ins nordrussische Straflager Workuta.
06:14 bis 08:30: Leben und Zeit in Workuta. Schwierige Arbeits- und Lebensbedingungen.
08:31 bis 11:47: Abtransport und Arbeit in einem anderen Lager als Akt der "Rache". 15. Oktober 1955: Rückkehr in die DDR.
11:48 bis 12:52: Geschenk einer Kameradin.
Gesamtlänge: 12:53 min.
Das Interview mit Irmgard Nitz ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
1. Interview mit der Zeitzeugin Anita Wille
2. Interview mit der Zeitzeugin Edith Fadtke
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson
4. Interview mit der Zeitzeugin Herta Lahne.
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR
Foto: Frau hinter Gittern (Flickr / Eldersign).
Den eigentlichen Grund ihrer Verhaftung erfuhr Nitz erst im Gefängis Berlin-Hohenschönhausen. Sie war denunziert worden, weil sie sich kritisch über den DDR-Vorzeige-Arbeiter Adolf Hennecke geäußert hatte: "So wie der aussieht, hat der noch nie ein Hammer in der Hand gehalten." Für diese Aussage, vielleicht auch weil sie durch häufige Besuche in West-Berlin "auffällig" geworden war, wurde Nitz zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Wie viele andere politische Häftlinge aus der Zeit der Sowjetischen Besatzung und frühen DDR wurde auch Irmgard Nitz in das nordrussische Straflager Workuta gebracht. Als Mitte der 1950er Jahre die Botschaft von ihrer Amnestierung kam, konnte sie es zunächst nicht wirklich glauben. Erst als Nitz bereits den Fahrschein nach Hause in der Hand hielt, begriff sie ihr Glück.
In Workuta bekam Nitz von einer Mitgefangenen ein kleines Büchlein geschenkt. Dort notierte Nitz, welche Briefe und Pakete sie im Lager erhalten hatte. Signiert hatte ihre "Kameradin" das Büchlein mit den Worten: "Anfangs wollt`ich fast verzagen und ich glaubt ich trüg es nie und ich hab es doch ertragen, aber frag mich bloß nicht wie."
Timeline - Das Interview im Überblick:
00:00 bis 01:32: Nachkriegszeit. Nitz genießt die neuen Freiheiten. Sie arbeitet als Sekretärin im Gesundheitsministerium. Planung der Hochzeit.
01:33 bis 05:40: Nitz wird beschuldigt, eine Handtasche gestohlen zu haben. Transport nach Berlin-Hohenschönhausen. Dort lautet der eigentliche Vorwurf: Verunglimpfung des Aktivisten Adolf Hennecke. Urteil: 25 Jahre Arbeitslager.
05:41 bis 06:13: Transport ins nordrussische Straflager Workuta.
06:14 bis 08:30: Leben und Zeit in Workuta. Schwierige Arbeits- und Lebensbedingungen.
08:31 bis 11:47: Abtransport und Arbeit in einem anderen Lager als Akt der "Rache". 15. Oktober 1955: Rückkehr in die DDR.
11:48 bis 12:52: Geschenk einer Kameradin.
Gesamtlänge: 12:53 min.
Hinweis:
Das Interview mit Irmgard Nitz ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
1. Interview mit der Zeitzeugin Anita Wille
2. Interview mit der Zeitzeugin Edith Fadtke
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson
4. Interview mit der Zeitzeugin Herta Lahne.
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR
Foto: Frau hinter Gittern (Flickr / Eldersign).






