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Dossier: Beruf "Geschichte"

Berufsgeschichten. Geschichtsberufe: Die Programmreferentin Anna Littke

Autor

Redaktion

Datum

09.07.2012

Kategorien

Aktuelles

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In unserer Reihe "Berufsgeschichten.Geschichtsberufe" stellen wir anhand eines kurzen Fragebogens Menschen vor, die in ihrem Beruf mit Geschichte zu tun haben. In diesem Teil dreht sich alles um Anna Littke, Programmreferentin bei der Geschichtswerkstatt Europa. Als Kind träumte sie davon, Käseverkäuferin zu werden. Heute ist Anna Littke sehr zufrieden mit ihrer Arbeit an der "Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit"...
 
 

1. Fact Sheet


Name: Anna Littke

Alter: 30

Beruf: Programmreferentin bei der Geschichtswerkstatt Europa (und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung

Traumberuf als Kind: Käseverkäuferin 

Traumberuf heute: Restauranttesterin oder Hörbuchsprecherin 

Ausbildungsweg: Studium der Osteuropastudien, Geschichte, Soziologie an der FU Berlin

Arbeitszeiten: zwei halbe Stellen, also 40+ 

Gehalt: TVL 11 und 13



2. Meine Arbeit & ich – in acht Sätzen

bezogen nur auf die Geschichtswerkstatt Europa:


Darum geht es in meiner Arbeit: Im Auftrag der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" organisieren wir ein Förderprogramm für Projektteams, die international zu historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts arbeiten möchten. Wir beraten und unterstützen die Projekte bei ihrer Themenauswahl und Durchführung vom Konzept bis zum Projektergebnis. 

Auf diese Fähigkeiten kommt es in meinem Beruf an: Bei jährlich rund 30 parallel laufenden Projekten braucht man einen kühlen Kopf und ein Händchen im Umgang mit Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund. Fremdsprachenkenntnisse sind unabdingbar. Außerdem arbeite ich hauptsächlcih am Computer, das bedeutet, dass man Spass am Umgang mit der Website und verschiedenen Software-Programmen bzw. beim selbständigen Erarbeiten haben sollte. 

Das hat meine Arbeit mit Geschichte zu tun: Alle internationalen Projekte in unserem Programm behandeln den erinnerungskulturellen Umgang mit dem Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen. Besonders in Mittelosteuropa konnten sich manche dieser Diskurse erst nach Ende des Kommunismus entwickeln oder öffentlich breiter bekannt werden. Da die Teams aus Personen aus zwei oder drei Ländern bestehen, erfährt man sehr viel darüber, wie in den verschiedenen Ländern ein bestimmtes Ereignis rezipiert wird. Es geht um persönliches Erinnern, kollektive Erinnerung und Geschichtspolitik. 
 
Eine Sache, die ich an meinem Beruf besonders gern mag/überhaupt nicht mag: Die vielfältigen Themen, die in den Teams erarbeitet werden, regen dazu an, sich tiefergehend mit ihnen zu beschäftigen. Vor allem wenn aktuelle Diskurse und Konfliktlinien ihren Ursprung in historischen Ereignissen haben, wird es sehr spannend. Manche administrative Aufgaben sind leider nicht immer so spannend, müssen aber trotzdem erledigt werden.

 
Diese historische Persönlichkeit hätte ich gern getroffen: Gerechte unter den Völkern, also Nicht-Juden, die während des Zweiten-Weltkrieges Juden unterstützten und von der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel mit diesem Titel geerhrt wurden. Die meisten sind mittlerweile verstorben.

 
Geschichte fand ich in der Schule: Super!

 
Wenn ich jetzt (noch einmal) studieren könnte, würde ich dieses Fach wählen: Da mich viele Bereiche interessieren, angefangen von BWL, Jura, Informatik bis hin zu Biologie, könnte ich mir gut vorstellen, auch noch etwas anderes als Geschichte zu studieren. 
 
In drei bis fünf Jahren möchte ich das machen: Weiterhin an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit arbeiten. 
 
 
Weitere Beiträge aus unserer Reihe "Berufsgeschichten.Geschichtsberufe" findest du hier:
 
Foto:  Anna Littke (dritte von links) bei einem Treffen mit Stipendiaten der Geschichtswerkstatt Europa. Die Stipendiaten arbeiten hier in thematischen Workshops und können sich über ihre Projektideen austauschen (©Thomas Ritter).

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