Dossier: Beruf "Geschichte"
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Netzschau: Studiengänge "mit Geschichte"
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12.07.2012
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"Brotlose Kunst" oder "rosige Aussichten"? Die Meinungen über die Berufsaussichten von Geisteswissenschaftlern gehen weit auseinander. Wir sind der Ansicht: Wer sich frühzeitig mit eigenen Vorstellungen, Fähigkeiten und Ambitionen auseinandersetzt, kann mit einem geisteswissenschaftlichen Studium durchaus glücklich werden und einen erfüllenden Beruf finden.
Wahlmöglichkeiten gibt es mehr als genug: Die Palette an Ausbildungswegen und Tätigkeitsfeldern ist groß, viel größer als zum Beispiel bei Ingenieursstudiengängen und -berufen. So ist für Viele schon die Suche nach dem passenden Studiengang eine echte Herausforderung. Dabei lohnt es sich, Zeit in Recherche und Auswahl zu investieren. Denn in den letzten Jahren sind im deutschsprachigen Raum viele spannende Bachelor- und Masterstudiengänge entstanden, die unterschiedlichste berufliche Perspektiven eröffnen
Für alle , die später "mal was mit Geschichte machen" wollen oder sich neben dem Beruf fortbilden wollen und noch nach einem spannenden Bachelor- oder Masterstudiengang suchen, folgt hier unser Überblick über die interessantesten Angebote...
Das privatwirtschaftliche Touro College Berlin bietet seit 2009 den Masterstudiengang "Holocaust Communication and Tolerance" an. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin (FU Berlin) gepflegt. Studenten können an der FU ebenfalls Kurse belegen und die Einrichtungen nutzen, wie beispielsweise die sehr gut ausgestattete Bibliothek. Auch ein Auslandssemester in New York kann absolviert werden. Für diese Privilegien müssen die Studenten aber auch tief in die Tasche greifen: 3000€ werden pro Semester berechnet, bei einer Studiendauer von 2 Jahren (4 Semestern).
Ein ähnliches Masterstudienprogramm wie das am Touro College Berlin wird in den Niederlanden an der University of Amsterdam angeboten. Hier beträgt die Studiendauer allerdings nur 1 Jahr. Unterrichtssprache ist Englisch und die Studiengebühren sind vergleichsweise gering: 1.771€ für das ganze Jahr. Für nicht-europäische Studenten werden wesentlich höhere Gebühren erhoben.
Beide Studiengänge, "Holocaust Communication and Tolerance" sowie "History: Holocaust and Genocide Studies", sind in ihren Ländern einzigartig. Das Programm ist jeweils interdisziplinär ausgerichtet: Der Holocaust im Speziellen und die Genozide an verschiedenen Menschengruppen im Allgemeinen, werden aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen untersucht. Großes Gewicht wird unter anderem auf die Rolle der Medien und der Massenmobilisierung gelegt.
"Public History" ist ein konsekutiver Masterstudiengang der Freien Universität Berlin. Er ist in dieser Form bisher kein zweites Mal in Deutschland vorhanden. Das Studienangbot richtet sich an geschichtsinteressierte Studenten, die die Moderne Geschichte mittels der neuen Medien in der Öffentlichkeit vermitteln wollen. Im Gegensatz zum traditionellen geschichtswissenschaftlichen Studium finden im Studiengang "Public History" auch die kommerziellen und politischen Dimensionen von Geschichte Beachtung.
In Berlin fallen keine Studiengebühren an, sondern nur reguläre Semestergebühren und -beiträge. Wie in Deutschland üblich beträgt die Regelstudienzeit bei einem konsekutiven Master 4 Semester. Die Berufsaussichten sind gut: Tätigkeiten in den Medien, in Verlagen, Stiftungen und Unternehmen sind nur einige der Möglichkeiten, die sich mit diesem Master auftun.
Übrigens: Einen sehr guten Überblicksartikel zum Begriff "Public History" findet ihr in der Docupedia!
Ebenfalls an der FU Berlin wird der weiterbildende Masterstudiengang "Politik und deutsche Nachkriegsgeschichte" angeboten. Er ist berufsbezogen, das heißt: Fachinteressierten wie Lehrer/innen und Journalist/innen werden vertiefte wissenschaftliche und berufsqualifizierende Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, spezifisch zur deutschen Teilungs- und Wiedervereinigungsgeschichte. Da der Studiengang den Fokus auf Weiterbildung legt, ist die Studienzeit aufgeteilt in Präsenzzeiten am Wochenende und Selbststudienphasen. Für das Studium muss eine Semesterteilnahmegebühr in Höhe von 1000€ entrichtet werden. Hinzu kommen die üblichen Semestergebühren und -beiträge. Die Regelstudienzeit liegt mit 3 Semestern unter der der konsekutiven/nicht-konsekutiven Masterstudiengänge.
"Zeitgeschichte" heißt das einzigartige Masterprogramm an der Universität Potsdam. Hier werden die Studierenden mit der Neuesten Geschichte von 1917 bis in die Gegenwart vertraut gemacht. Dafür werden theoretische und methodische Kenntnisse vermittelt, mit Hilfe derer die Studierenden unter anderem die Diktaturen des 20. Jahrhunderts und die Entwicklung der Berliner Republik seit 1990 erforschen. 4 Semester sind hier Regelstudienzeit und genauso wie in Berlin fallen nur die Semestergebühren und -beiträge an.
Ein bisschen ausgefallener als die bisher vorgestellten Studiengänge ist der Master "Military Studies" an der Universität Potsdam. Der Studiengang ist eine Kombination aus den Fächern Soziologie, Geschichts- und Politikwissenschaften. Der Fokus liegt vor allem auf der Konfliktforschung, das heißt auf der Untersuchung von gewaltsamen Konfliktdynamiken. Gemeinsame Träger des Masterstudiengangs sind die Professur für Militärgeschichte, die Professur für Allgemeine Soziologie, das Militärgeschichtliche Forschungsamt und das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr. Pflichtpraktika sind in dem Master für einen besseren Einstieg in die Berufspraxis vorgeschrieben. 4 Semester sind Regelstudienzeit. Studiengebühren gibt es keine, nur die Semesterbeiträge fallen an.
Auch ein Bachelorstudium, das entfernt mit Geschichte zu tun hat und einzigartig in Deutschland ist, wollen wir an dieser Stelle vorstellen. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin bietet den Studiengang "Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik" an. Der Standort Berlin, mit seinen besonderen, kostbaren und vielseitigen Kulturgütern, bietet den Studierenden die Möglichkeit, praxisnah zu lernen. Dadurch können die Ausgrabung, Bergung, Konservierung und Restaurierung durch Praxisbeispiele besonders gut vermittelt werden. Die Regelstudienzeit beträgt beim Bachelorstudium 6 Semester.
Als aufbauender Masterstudiengang kann beispielsweise das ähnlich fokussierte Programm "Denkmalpflege" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Betracht gezogen werden. In Halle-Wittenberg werden allerdings Studiengebühren in Höhe von 175€ pro Semester verlangt, zuzüglich Semestergebühren und -beiträgen.
Alle drei Suchmaschinen zeigen bei der Suche nach Geschichtsstudiengängen sehr viele und "unsortierte" Ergebnisse auf. Beispielsweise werden auch Studiengänge wie "Griechisch" aufgeführt. Dadurch fällt es schwer, sich auf Anhieb einen Überblick zu verschaffen. Dafür werden allerdings auch speziellere und in Englisch betitelte Studiengänge wie "Holocaust Studies" bei der Suche über "Hochschulkompass" und "Zeitranking" gefunden. Bei "Studienwahl.de" ist dies leider nicht der Fall. Für eine reine Masterstudiengangsuche wird "Mastermap" empfohlen.
Text/Zusammenstellung: Sandra Schlechter, Kooperative Berlin
Foto: Wichtige Grundsatzfrage - "Und warum studieren Sie?" (Flickr / Fox Wu)
Wahlmöglichkeiten gibt es mehr als genug: Die Palette an Ausbildungswegen und Tätigkeitsfeldern ist groß, viel größer als zum Beispiel bei Ingenieursstudiengängen und -berufen. So ist für Viele schon die Suche nach dem passenden Studiengang eine echte Herausforderung. Dabei lohnt es sich, Zeit in Recherche und Auswahl zu investieren. Denn in den letzten Jahren sind im deutschsprachigen Raum viele spannende Bachelor- und Masterstudiengänge entstanden, die unterschiedlichste berufliche Perspektiven eröffnen
Für alle , die später "mal was mit Geschichte machen" wollen oder sich neben dem Beruf fortbilden wollen und noch nach einem spannenden Bachelor- oder Masterstudiengang suchen, folgt hier unser Überblick über die interessantesten Angebote...
"Holocaust Communication and Tolerance":
Das privatwirtschaftliche Touro College Berlin bietet seit 2009 den Masterstudiengang "Holocaust Communication and Tolerance" an. Dabei wird eine enge Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin (FU Berlin) gepflegt. Studenten können an der FU ebenfalls Kurse belegen und die Einrichtungen nutzen, wie beispielsweise die sehr gut ausgestattete Bibliothek. Auch ein Auslandssemester in New York kann absolviert werden. Für diese Privilegien müssen die Studenten aber auch tief in die Tasche greifen: 3000€ werden pro Semester berechnet, bei einer Studiendauer von 2 Jahren (4 Semestern).
"History: Holocaust and Genocide Studies":
Ein ähnliches Masterstudienprogramm wie das am Touro College Berlin wird in den Niederlanden an der University of Amsterdam angeboten. Hier beträgt die Studiendauer allerdings nur 1 Jahr. Unterrichtssprache ist Englisch und die Studiengebühren sind vergleichsweise gering: 1.771€ für das ganze Jahr. Für nicht-europäische Studenten werden wesentlich höhere Gebühren erhoben.
Beide Studiengänge, "Holocaust Communication and Tolerance" sowie "History: Holocaust and Genocide Studies", sind in ihren Ländern einzigartig. Das Programm ist jeweils interdisziplinär ausgerichtet: Der Holocaust im Speziellen und die Genozide an verschiedenen Menschengruppen im Allgemeinen, werden aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen untersucht. Großes Gewicht wird unter anderem auf die Rolle der Medien und der Massenmobilisierung gelegt.
"Public History":
"Public History" ist ein konsekutiver Masterstudiengang der Freien Universität Berlin. Er ist in dieser Form bisher kein zweites Mal in Deutschland vorhanden. Das Studienangbot richtet sich an geschichtsinteressierte Studenten, die die Moderne Geschichte mittels der neuen Medien in der Öffentlichkeit vermitteln wollen. Im Gegensatz zum traditionellen geschichtswissenschaftlichen Studium finden im Studiengang "Public History" auch die kommerziellen und politischen Dimensionen von Geschichte Beachtung.
In Berlin fallen keine Studiengebühren an, sondern nur reguläre Semestergebühren und -beiträge. Wie in Deutschland üblich beträgt die Regelstudienzeit bei einem konsekutiven Master 4 Semester. Die Berufsaussichten sind gut: Tätigkeiten in den Medien, in Verlagen, Stiftungen und Unternehmen sind nur einige der Möglichkeiten, die sich mit diesem Master auftun.
Übrigens: Einen sehr guten Überblicksartikel zum Begriff "Public History" findet ihr in der Docupedia!
"Politik und deutsche Nachkriegsgeschichte":
Ebenfalls an der FU Berlin wird der weiterbildende Masterstudiengang "Politik und deutsche Nachkriegsgeschichte" angeboten. Er ist berufsbezogen, das heißt: Fachinteressierten wie Lehrer/innen und Journalist/innen werden vertiefte wissenschaftliche und berufsqualifizierende Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, spezifisch zur deutschen Teilungs- und Wiedervereinigungsgeschichte. Da der Studiengang den Fokus auf Weiterbildung legt, ist die Studienzeit aufgeteilt in Präsenzzeiten am Wochenende und Selbststudienphasen. Für das Studium muss eine Semesterteilnahmegebühr in Höhe von 1000€ entrichtet werden. Hinzu kommen die üblichen Semestergebühren und -beiträge. Die Regelstudienzeit liegt mit 3 Semestern unter der der konsekutiven/nicht-konsekutiven Masterstudiengänge.
"Zeitgeschichte":
"Zeitgeschichte" heißt das einzigartige Masterprogramm an der Universität Potsdam. Hier werden die Studierenden mit der Neuesten Geschichte von 1917 bis in die Gegenwart vertraut gemacht. Dafür werden theoretische und methodische Kenntnisse vermittelt, mit Hilfe derer die Studierenden unter anderem die Diktaturen des 20. Jahrhunderts und die Entwicklung der Berliner Republik seit 1990 erforschen. 4 Semester sind hier Regelstudienzeit und genauso wie in Berlin fallen nur die Semestergebühren und -beiträge an.
"Military Studies":
Ein bisschen ausgefallener als die bisher vorgestellten Studiengänge ist der Master "Military Studies" an der Universität Potsdam. Der Studiengang ist eine Kombination aus den Fächern Soziologie, Geschichts- und Politikwissenschaften. Der Fokus liegt vor allem auf der Konfliktforschung, das heißt auf der Untersuchung von gewaltsamen Konfliktdynamiken. Gemeinsame Träger des Masterstudiengangs sind die Professur für Militärgeschichte, die Professur für Allgemeine Soziologie, das Militärgeschichtliche Forschungsamt und das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr. Pflichtpraktika sind in dem Master für einen besseren Einstieg in die Berufspraxis vorgeschrieben. 4 Semester sind Regelstudienzeit. Studiengebühren gibt es keine, nur die Semesterbeiträge fallen an.
"Konservierung und Restaurierung/Grabungstechniken":
Auch ein Bachelorstudium, das entfernt mit Geschichte zu tun hat und einzigartig in Deutschland ist, wollen wir an dieser Stelle vorstellen. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin bietet den Studiengang "Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik" an. Der Standort Berlin, mit seinen besonderen, kostbaren und vielseitigen Kulturgütern, bietet den Studierenden die Möglichkeit, praxisnah zu lernen. Dadurch können die Ausgrabung, Bergung, Konservierung und Restaurierung durch Praxisbeispiele besonders gut vermittelt werden. Die Regelstudienzeit beträgt beim Bachelorstudium 6 Semester.
Als aufbauender Masterstudiengang kann beispielsweise das ähnlich fokussierte Programm "Denkmalpflege" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Betracht gezogen werden. In Halle-Wittenberg werden allerdings Studiengebühren in Höhe von 175€ pro Semester verlangt, zuzüglich Semestergebühren und -beiträgen.
Studienberatungen/-suchmaschinen Online:
Alle drei Suchmaschinen zeigen bei der Suche nach Geschichtsstudiengängen sehr viele und "unsortierte" Ergebnisse auf. Beispielsweise werden auch Studiengänge wie "Griechisch" aufgeführt. Dadurch fällt es schwer, sich auf Anhieb einen Überblick zu verschaffen. Dafür werden allerdings auch speziellere und in Englisch betitelte Studiengänge wie "Holocaust Studies" bei der Suche über "Hochschulkompass" und "Zeitranking" gefunden. Bei "Studienwahl.de" ist dies leider nicht der Fall. Für eine reine Masterstudiengangsuche wird "Mastermap" empfohlen.
Text/Zusammenstellung: Sandra Schlechter, Kooperative Berlin
Foto: Wichtige Grundsatzfrage - "Und warum studieren Sie?" (Flickr / Fox Wu)









