Dossier: Geschichte Digital
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Test: Erinnerungsorte-App in freier Wildbahn
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29.08.2012
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Die App "Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus" soll eine neue Form des Erinnerns ermöglichen. Sie ist eine interaktive Karte mit eingezeichneten Erinnerungsorten, jeder davon mit Bild, Beschreibung und weiteren Daten wie Adresse und Kontakt. Entwickelt wurde die kostenlose App von der Bundeszentrale für politische Bildung, basierend auf der Webseite www.bpb.de/erinnerungsorte.
Die DeineGeschichte-Redaktion beschließt, die App in freier Wildbahn auszutesten. Ines Schneider und Johanna Kindermann machen sich mit iPhone und geöffneter App für eine Stunde auf den Weg. Startpunkt ist der Senefelder Platz in Berlin.
"Mit einer solchen Erklärung hat so ein Denkmal eine viel größere Wirkung", sagt Ines und macht ein Foto. Vor uns steht auf dem Koppenplatz ein Esszimmertisch aus Bronze mit zwei dazugehörigen Stühlen. Einer ist umgestürzt, für immer am Bronzeboden festgeklebt. Nur durch die Beschreibung werden wir auf ein eingraviertes Zitat aufmerksam. Ein letztes Foto, dann eilen wir weiter. Wir liegen schlecht in der Zeit.
Die unbemerkte Synagoge
Eine halben Stunde hatten wir von der Redaktion bis zum ersten Erinnerungsort gebraucht. In der App wurde uns keine Strecke angezeigt, also mussten wir uns den Weg selbst zusammensuchen. "Ich glaube, wir müssen dort entlang", sage ich unsicher und schaue ständig auf das Smartphone, um mich abzusichern. Es ist nicht immer einfach, den kürzesten Weg zu finden. Dabei geht uns der Blick für die Umgebung verloren.
Der nächste Halt ist die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße. Dieses Mal brauchen wir nicht ganz so lange. Trotzdem lassen wir unseren dritten Erinnerungsort aus Zeitmangel ausfallen. Das wäre das Anne-Frank-Zentrum gewesen. Zufällig ist Ines am Abend zuvor an der Synagoge vorbeigegangen. "Ich bin direkt an ihr vorbeigelaufen und habe sie nicht bemerkt!", sagt sie. Dabei ist die Synagoge nicht nur sehr groß, sondern auch schön. Leider haben wir keine Zeit die Beschreibung vorzulesen. Das muss bis später warten.
Erinnerungsorte in der Nähe
"Ein Reiseführer hätte es auch getan", finden wir beide. Um einen Urlaubstag zu planen, an dem man in möglichst kurzer Zeit möglichst viel sieht, sind zu wenige Erinnerungsorte eingespeichert. Zur wirklich nutzbringenden Anwendung muss die App noch erweitert werden. Einen Reise- bzw. Gedenkstättenführer für spontane Ausflüge immer im Smartphone zu haben, ist allerdings eine gute Idee.
Zurück in der Redaktion sind wir eine Viertelstunde zu spät. "Wie war es?", fragt man uns. Wir sind noch außer Atem, daher brauchen wir einen Moment, um zu antworten: "Die App nimmt es mit ihrer Kategorie 'In der Nähe' nicht sehr genau."
Kurzinformation:
Name der App: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus
Entwickler: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Veröffentlicht: 10. Juli 2012
Version: 1.0.1
Sprache: Deutsch
Vorraussetzungen: Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad (iOS 4.0 oder neuer). Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und soll in den nächsten Monaten auch für Android verfügbar sein.
Die App kann kostenlos im iTunes-Store von Apple heruntergeladen werden.
Text: Johanna Kindermann, Kooperative Berlin.
Foto: Immer eine Hand am Smartphone (Kooperative Berlin).
Die DeineGeschichte-Redaktion beschließt, die App in freier Wildbahn auszutesten. Ines Schneider und Johanna Kindermann machen sich mit iPhone und geöffneter App für eine Stunde auf den Weg. Startpunkt ist der Senefelder Platz in Berlin.
"Mit einer solchen Erklärung hat so ein Denkmal eine viel größere Wirkung", sagt Ines und macht ein Foto. Vor uns steht auf dem Koppenplatz ein Esszimmertisch aus Bronze mit zwei dazugehörigen Stühlen. Einer ist umgestürzt, für immer am Bronzeboden festgeklebt. Nur durch die Beschreibung werden wir auf ein eingraviertes Zitat aufmerksam. Ein letztes Foto, dann eilen wir weiter. Wir liegen schlecht in der Zeit.
Die unbemerkte Synagoge
Eine halben Stunde hatten wir von der Redaktion bis zum ersten Erinnerungsort gebraucht. In der App wurde uns keine Strecke angezeigt, also mussten wir uns den Weg selbst zusammensuchen. "Ich glaube, wir müssen dort entlang", sage ich unsicher und schaue ständig auf das Smartphone, um mich abzusichern. Es ist nicht immer einfach, den kürzesten Weg zu finden. Dabei geht uns der Blick für die Umgebung verloren.
Der nächste Halt ist die Neue Synagoge an der Oranienburger Straße. Dieses Mal brauchen wir nicht ganz so lange. Trotzdem lassen wir unseren dritten Erinnerungsort aus Zeitmangel ausfallen. Das wäre das Anne-Frank-Zentrum gewesen. Zufällig ist Ines am Abend zuvor an der Synagoge vorbeigegangen. "Ich bin direkt an ihr vorbeigelaufen und habe sie nicht bemerkt!", sagt sie. Dabei ist die Synagoge nicht nur sehr groß, sondern auch schön. Leider haben wir keine Zeit die Beschreibung vorzulesen. Das muss bis später warten.
Erinnerungsorte in der Nähe
"Ein Reiseführer hätte es auch getan", finden wir beide. Um einen Urlaubstag zu planen, an dem man in möglichst kurzer Zeit möglichst viel sieht, sind zu wenige Erinnerungsorte eingespeichert. Zur wirklich nutzbringenden Anwendung muss die App noch erweitert werden. Einen Reise- bzw. Gedenkstättenführer für spontane Ausflüge immer im Smartphone zu haben, ist allerdings eine gute Idee.
Zurück in der Redaktion sind wir eine Viertelstunde zu spät. "Wie war es?", fragt man uns. Wir sind noch außer Atem, daher brauchen wir einen Moment, um zu antworten: "Die App nimmt es mit ihrer Kategorie 'In der Nähe' nicht sehr genau."
Kurzinformation:
Name der App: Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus
Entwickler: Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)
Veröffentlicht: 10. Juli 2012
Version: 1.0.1
Sprache: Deutsch
Vorraussetzungen: Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad (iOS 4.0 oder neuer). Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut und soll in den nächsten Monaten auch für Android verfügbar sein.
Die App kann kostenlos im iTunes-Store von Apple heruntergeladen werden.
Text: Johanna Kindermann, Kooperative Berlin.
Foto: Immer eine Hand am Smartphone (Kooperative Berlin).







