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Dossier: Sport in der DDR

Portrait: Wolfgang Lötzsch - Verhinderter Radstar (Chemnitz)

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12.05.1976

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Es schien alles gerichtet zu sein für die große Karriere: Wolfgang Lötzsch ist das Ausnahmetalent im Radsport der DDR. Als Erster hat er bei Leistungstests die Werte des legendären Täve Schur überboten. Er träumt von Siegen bei den Olympischen Spielen und bei der Friedensfahrt. Dann wendet sich das Blatt: Weil sein Cousin in den Westen geflohen ist, gilt auch Lötzsch als verdächtig. Zehn Monate verbringt er auf dem berüchtigten Kaßberg, im Gefängnis der Staatssicherheit über Karl-Marx-Stadt.
Man versucht ihn zu brechen. Auf 1.500 Seiten wächst seine Stasiakte. Gute Freunde bespitzeln ihn. Lötzsch aber gibt nicht auf. Er stellt einen Ausreiseantrag nach dem anderen. Aus den Fördersystemen verbannt, trainiert er verbissen weiter, siegt trotz alledem in prestigeträchtigen Rennen. Allein gegen alle. ´Ihr fahrt nach Mexico ins Trainingslager und esst Bananen. Der Lötzsch sitzt daheim und futtert Butterbrote. Wie kann es da sein, dass Lötzsch gewinnt?´, herrscht Sportbundchef Manfred Ewald die Nationalfahrer an.
 
Quelle: Köster, Philipp: Lötzsch. Der lange Weg eines Jahrhunderttalents, Bielefeld 2004.
Außerdem zu empfehlen: Sportsfreund Lötzsch, Regie: Sandra Prechtel und Sascha Hilpert, Deutschland 2007.

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