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Dossier: Beruf "Geschichte"

Berufsgeschichten. Geschichtsberufe: Der Kabarettist Tilman Birr

Autor

Redaktion

Datum

25.07.2012

Kategorien

Aktuelles

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In unserer Reihe "Berufsgeschichten.Geschichtsberufe" stellen wir anhand eines kurzen Fragebogens Menschen vor, die in ihrem Beruf mit Geschichte zu tun haben. In dieser Folge dreht sich alles um den Kabarettisten Tilman Birr. Nach seinem Geschichtsstudium hat er unter anderem erst als Stadtführer gejobbt und ein Buch darüber geschrieben, bis er in seinem heutigen Beruf als Kabarettist Fuss gefasst hat. Dieser hat für ihn viele positive Seiten; Menschen, mit denen er "nicht auskommt", muss er "höchstens vier Stunden ertragen". Aber auch in einem so humorvollen Berufsalltag ist nicht immer alles einfach...

 
 

1. Fact Sheet


Name: Tilman Birr


Alter: 31

Beruf: Kabarettist

Traumberuf als Kind: Kabarettist

Traumberuf heute: Kabarettist

Ausbildungsweg: Magisterstudium NN Geschichte (HF), Anglistik, Soziologie

Arbeitszeiten: 150 Auftritte im Jahr, 125 Tage im Jahr auf Tour, dazu Produktionsphasen

Gehalt: abhängig von Auftragslage



2. Meine Arbeit & ich – in acht Sätzen


Darum geht es in meiner Arbeit: Ich schreibe Texte und Lieder und trete damit in Kabarett-Theatern, Mixshows, Fernsehaufzeichungen und bei Lesebühnen auf.

Auf diese Fähigkeiten kommt es in meinem Beruf an: Bühnenpräsenz, Stimme, Intuition und Inspiration, penible Textarbeit.

Das hat meine Arbeit mit Geschichte zu tun: grundsätzlich nichts. Mein Buch "On se left you see se Siegessäule" behandelt den Job als Stadtführer, den ich für ein paar Monate in Berlin gemacht habe. Historische Fakten und der Umgang mit Geschichte und Geschichtsvermittlung tauchen hier am Rande auf. Die Text- und Bühnenarbeit hat aber mit Geschichte nichts zu tun.

Eine Sache, die ich an meinem Beruf besonders gern mag/überhaupt nicht mag: Besonders gern: Ich muss nicht jeden Tag mit den gleichen Menschen in einem Büro sitzen. Wenn ich mit jemanden nicht auskomme, muss ich ihn höchstens vier Stunden ertragen, denn dann ist die Show vorbei und ich kann ins Hotel oder nach Hause.
Überhaupt nicht: oft und lange von zu Hause weg zu sein; in überfüllten ICEs mit schlecht gelaunten Menschen zu sitzen; mir von betrunkenen Zuschauern sagen zu lassen, dass ich doch mal zu ihrer Doppelkopfrunde kommen soll, da wäre es unglaublich lustig und ich hätte wieder "Materjahl für'n ganzen Abend zusamm".


Diese historische Persönlichkeit hätte ich gern getroffen: Kurt Tucholsky, Robert Gernhardt, Georg Elser.

Geschichte fand ich in der Schule: Grundsätzlich interessant, im Unterricht aber sehr abhängig von der Herangehensweise des Lehrers (anders als Mathematik oder Englisch).

Wenn ich jetzt (noch einmal) studieren könnte, würde ich dieses Fach wählen: Neuere/ Neueste Geschichte sicherlich wieder im Hauptfach. In einem der Nebenfächer vielleicht noch Alte Geschichte.

In drei bis fünf Jahren möchte ich das machen: Kabarettist sein, aber mit dreimal so viel Publikum, weniger Auftritten auf dem Land und mit Zuschauern, die tatsächlich ins Theater kommen, weil sie mich sehen wollen und nicht, weil nichts im Fernsehen kommt.

 
 
Weitere Beiträge aus unserer Reihe "Berufsgeschichten.Geschichtsberufe" findest du hier:
Foto: Tilman Birr auf der Bühne (©Tilman Birr).

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