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Glossar: XYZ
Das Glossar soll einige Begriffe und Ereignisse erklären, die auf unserer Seite thematisiert werden bzw. auf ihre Art für die deutsche Teilung stehen. Wir haben hier natürlich nur eine Auswahl vorgenommen, vielleicht wirst du den einen oder anderen Begriff vermissen. Schick uns am besten deine Ergänzungsvorschläge per Mail und wir werden diese dann gerne berücksichtigen.
Wir möchten uns ganz herzlich bei der Jugendopposition für eine Vielzahl von Glossar-Beiträgen bedanken.
Zehn Gebote des Alten Testaments
Zehnter DDR-Schriftstellerkongress
Zensur
Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter
Zentraler Medizinischer Dienst des MfS
Zersetzung
Zionskirche und -gemeinde

Im Juli 1958 verkündete Walter Ulbricht folgende Zehn Gebote der sozialistischen Moral, die die Grundsätze der sozialistischen Ethik und Moral verkörpern und die Richtschnur für das Handeln jedes DDR-Bürgers darstellen sollten:
1. Du sollst dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.
2. Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine ganze Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht einzusetzen.
3. Du sollst helfen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen.
4. Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringen, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen.
5. Du sollst beim Aufbau des Sozialismus im Geiste der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit handeln, das Kollektiv achten und seine Kritik beherzigen.
6. Du sollst das Volkseigentum schützen und mehren.
7. Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistungen streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeitsdisziplin festigen.
8. Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.
9. Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten.
10. Du sollst Solidarität mit den um ihre nationale Befreiung kämpfenden und den ihre nationale Unabhängigkeit verteidigenden Völkern üben.
Quelle: „'Du sollst...' - Die zehn Gebote der sozialistischen Moral, Juli 1958“. In: Judt, Matthias (Hrsg.): DDR-Geschichte in Dokumenten, Bonn 1998: Quelle P12, S. 54-55.
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Laut Bibel empfing Moses von Gott auf dem Berg Sinai zehn Gebote. Die Zehn Gebote gelten im Judentum als das Herzstück der Thora und gehören im Christentum zu den Hauptquellen der christlichen Ethik:
1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an viele Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
3. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbat und heiligte ihn.
4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
5. Du sollst nicht töten.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel und noch alles, was dein Nächster hat.
Quelle: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG und Altes Testament, 2. Mose 20,2-17; 5. Mose 5,6-2.
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Versammlung der Mitglieder des Schriftstellerverbandes der DDR vom 24. bis 26. November 1987.
Der Kongreß wird in Anwesenheit von Erich Honecker und anderen Mitgliedern des Politbüros eröffnet.
Hermann Kant, der Präsident des Schriftstellerverbandes, spricht in seiner Rede von einer Tür, die für diejenigen, die nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann den Verband und die DDR verlassen mußten, wieder offen sei. Erich Loest, der viele Jahre in Bautzen gesessen hat und seit 1981 in der Bundesrepublik lebt, kann nicht gemeint sein, denn er wurde als Delegierter des Schriftstellerverbandes abgelehnt.
Aufsehen erregte Christoph Hein, der die Zensurpraxis in der DDR als überlebt, nutzlos, volksfeindlich und ungesetzlich geißelt.
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(lat.) Zensur bezeichnet die in modernen Demokratien strikt abgelehnte (politische) Kontrolle öffentlich geäußerter Meinungen (in Presse, Funk und Fernsehen, aber auch im Bereich der Literatur, Kunst etc.).
Die Ausübung der Zensur wird in un- oder vordemokratischen Ländern durch neue Medien (Satellitenfunk, -fernsehen, Internet) erschwert.
Quelle: Schubert, Klaus / Klein, Martina (Hg.): Das Politiklexikon, Bonn 2001.
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Nur wenige Tage nach dem Mauerbau kommt es zu den ersten Todesschüssen auf Flüchtlinge. Im Westen herrscht darüber große Empörung, aber auch eine gewisse Hilflosigkeit. Man ist sich dessen bewusst, dass man kurzfristig die Gewaltakte weder verhindern noch juristisch verfolgen kann. Der Regierende Bürgermeister von West-Berlin, Willy Brandt (SPD), wendet sich deswegen am 5. September 1961 an die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Er schlägt vor, die Registrierung der Straftaten der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen für NS-Verbrechen in Ludwigsburg zu übertragen.
Die Konferenz der Justizminister der Bundesrepublik beschließt am 27. Oktober 1961, eine Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen einzurichten. Die Aufgabe wird Niedersachsen als dem Bundesland mit der längsten Grenze zur DDR übertragen. Sitz der Zentralstelle ist Salzgitter.
Bereits am 24. November 1961 nimmt die Behörde ihre Arbeit auf. Grundstock sind die Ermittlungsakten über 50 Gewaltakte an der Berliner Grenze. Der Aufgabenbereich wird 1963 erweitert. In Salzgitter werden alle politisch motivierten Unrechtshandlungen innerhalb der DDR wie politische Urteile, Misshandlungen in Ermittlungsverfahren und im Strafvollzug und andere Verletzungen der Menschenrechte registriert. Die Erfassungsstelle ist eine Vorermittlungsbehörde, die Voraussetzungen für eine künftige Strafverfolgung schaffen soll. Wenigstens theoretisch hat man künftige Strafprozesse gegen die Verantwortlichen in der DDR im Auge.
Nach der internationalen Anerkennung der DDR und der Aufnahme von Beziehungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik im Jahre 1973 nehmen die polemischen Angriffe der DDR auf die Erfassungsstelle Salzgitter ständig zu. „Salzgitter“, wie die Zentrale Erfassungsstelle kurz genannt wird, ist in der DDR eine der meistgehassten Einrichtungen der Bundesrepublik. Seine Auflösung ist ein Punkt der Geraer Forderungen, die Erich Honecker 1980 formuliert.
Allerdings verliert die innerdeutsche Grenze auch durch kleinere Korrekturen, wie den Abbau der Selbstschussanlagen seit 1983, nichts von ihrer Brutalität. Nach wie vor gibt es zahllose politische Urteile und andere Rechtsverletzungen. Es gibt also keine wirkliche Grundlage für die Einstellung der Datenerhebung über Unrechtshandlungen in der DDR.
Dennoch setzt man im Westen nun stärker auf Gespräche als auf Konfrontation und laute Proteste. Die Wiedervereinigung und eine Strafverfolgung der SED-Täter scheinen in weite Ferne gerückt. Die SED-Führung ist für Politiker aller Parteien zum begehrten Gesprächspartner geworden. Zur gleichen Zeit gegen die Verantwortlichen in der DDR Material für künftige Strafprozesse zu sammeln, scheint jetzt auch im Westen für viele kontraproduktiv zu sein. Besonders SPD-Politiker sehen in der Erfassungsstelle ein Relikt des Kalten Krieges. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert 1984 dessen Auflösung. Seit 1988 stellen die sozialdemokratisch regierten Bundesländer und West-Berlin schrittweise die Mitarbeiter und die Finanzierung der Behörde in Salzgitter ein.
Nach dem Zusammenbruch der DDR erweist sich das in Salzgitter gesammelte Material als sehr hilfreich für die Aufarbeitung des DDR-Unrechts. Die Aktenbestände sind in der „Zentralen Beweis- und Dokumentationsstelle“ bei der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig archiviert. Sie dienen der juristischen Aufarbeitung des SED-Unrechts, der Aufklärung von Schicksalen, bei Rehabilitationsverfahren sowie der wissenschaftlichen Forschung.
Rückblickend räumen heute selbst manche Kritiker der Zentralen Erfassungsstelle ein, dass diese eine wichtige Aufgabe bei der Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur und bei dessen Überwindung gespielt hat.
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Zentraler Medizinischer Dienst (ZMD)
Dem Minister für Staatssicherheit direkt unterstellte Diensteinheit, dienstrechtlich der HA Kader und Schulung unterstellt, mit Dienstsitz in Berlin-Lichtenberg, Normannen-/Gotlinde-/Ruschestraße.
Leiter: Generalmajor Prof. Dr. Klaus-Wolfgang Klein
Personalbestand: 1.161 Mitarbeiter
Aufgaben:
- Gewährleistung der medizinischen Versorgung der hauptamtlichen Mitarbeiter
- Leitung des Krankenhauses in Berlin-Buch, der Poliklinik Berlin-Lichtenberg und des Haftkrankenhauses Berlin-Hohenschönhausen
- Führung von Außenstellen und Ambulatorien Abteilung Arbeitsmedizin (Arbeitsmedizinische Untersuchungsstelle)
- Abteilung Apothekenwesen (Zentrum für Pharmazie in Berlin-Pankow)
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Unter der Zersetzung ist eine spezifische Repressionsmethode des Staatssicherheitsdienstes zu verstehen, die darauf abzielte, die psychische
Konstitution eines Menschen anzugreifen, seine Persönlichkeit zu zerstören oder zumindest erheblich zu beschädigen.
Die Zersetzung unterscheidet sich von anderen einschneidenden Formen der Verfolgung wie Folter, Haft und Tötung wesentlich dadurch, dass sie nicht offen, sondern verdeckt gegen Menschen ausgeübt wurde. Der Staatssicherheitsdienst blieb also als Urheber negativer Ereignisse im Verborgenen. Neben der Anonymität der Gewalt zeichnete sich die Zersetzung im weiteren dadurch aus, dass sie eine persönlichkeitsorientierte Gewalt war.
Die einzelnen Maßnahmen im Rahmen der Zersetzung waren immer stark auf die Individualität des Opfers ausgerichtet. Häufig hatten sie in ihrer Kombination eine besonders zerstörerische Wirkung. Zweck der Zersetzungsmaßnahmen war, durch das Ausnutzen und Verstärken von Angst und Differenzen unter der politischen Opposition, den sogenannten feindlich-negativen Kräften, diese zu zersplittern, zu lähmen, zu desorganisieren und sie untereinander und von der Gesellschaft zu isolieren.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft / Tom Sello
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Die Zionskirche befindet sich im Berliner Stadtbezirk Mitte, am Rande zum Prenzlauer Berg. Die Grundsteinlegung für den Bau der evangelischen Zionskirche Berlin erfolgt 1866. Der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. richtet einen Geldfond ein, aus dem der Bau neuer Kirchen, u. a. der Zionskirche, finanziert wird. Damit entrichtet er seinen Dank, einem Attentat entkommen zu sein.
Während der 1980er Jahre bis zur Friedlichen Revolution spielt die Zionsgemeinde eine entscheidende Rolle. Ihr Pfarrer Hans Simon stellt der Umwelt- Bibliothek Berlin seine Kellerräume zur Verfügung. Hier entsteht ein Zentrum der Opposition. Sowohl in den Gemeinderäumen als auch in der Kirche finden oppositionelle Veranstaltungen statt. Daraufhin lässt die Stasi den Turm und den Eingangsbereich der Zionskirche absperren. Wegen der fehlenden Fluchtwege können Großveranstaltungen daraufhin nicht mehr stattfinden.
Quelle: www.zionskirche-berlin.de
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Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter
Zentraler Medizinischer Dienst des MfS
Zersetzung
Zionskirche und -gemeinde
Zehn Gebote der sozialistischen Moral
1. Du sollst dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.
2. Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine ganze Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht einzusetzen.
3. Du sollst helfen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen.
4. Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringen, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen.
5. Du sollst beim Aufbau des Sozialismus im Geiste der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit handeln, das Kollektiv achten und seine Kritik beherzigen.
6. Du sollst das Volkseigentum schützen und mehren.
7. Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistungen streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeitsdisziplin festigen.
8. Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.
9. Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten.
10. Du sollst Solidarität mit den um ihre nationale Befreiung kämpfenden und den ihre nationale Unabhängigkeit verteidigenden Völkern üben.
Quelle: „'Du sollst...' - Die zehn Gebote der sozialistischen Moral, Juli 1958“. In: Judt, Matthias (Hrsg.): DDR-Geschichte in Dokumenten, Bonn 1998: Quelle P12, S. 54-55.
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Zehn Gebote des Alten Testaments
1. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an viele Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
3. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbat und heiligte ihn.
4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
5. Du sollst nicht töten.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel und noch alles, was dein Nächster hat.
Quelle: Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG und Altes Testament, 2. Mose 20,2-17; 5. Mose 5,6-2.
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Zehnter DDR-Schriftstellerkongress
Der Kongreß wird in Anwesenheit von Erich Honecker und anderen Mitgliedern des Politbüros eröffnet.
Hermann Kant, der Präsident des Schriftstellerverbandes, spricht in seiner Rede von einer Tür, die für diejenigen, die nach der Ausbürgerung von Wolf Biermann den Verband und die DDR verlassen mußten, wieder offen sei. Erich Loest, der viele Jahre in Bautzen gesessen hat und seit 1981 in der Bundesrepublik lebt, kann nicht gemeint sein, denn er wurde als Delegierter des Schriftstellerverbandes abgelehnt.
Aufsehen erregte Christoph Hein, der die Zensurpraxis in der DDR als überlebt, nutzlos, volksfeindlich und ungesetzlich geißelt.
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Zensur
Die Ausübung der Zensur wird in un- oder vordemokratischen Ländern durch neue Medien (Satellitenfunk, -fernsehen, Internet) erschwert.
Quelle: Schubert, Klaus / Klein, Martina (Hg.): Das Politiklexikon, Bonn 2001.
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Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter
Die Konferenz der Justizminister der Bundesrepublik beschließt am 27. Oktober 1961, eine Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen einzurichten. Die Aufgabe wird Niedersachsen als dem Bundesland mit der längsten Grenze zur DDR übertragen. Sitz der Zentralstelle ist Salzgitter.
Bereits am 24. November 1961 nimmt die Behörde ihre Arbeit auf. Grundstock sind die Ermittlungsakten über 50 Gewaltakte an der Berliner Grenze. Der Aufgabenbereich wird 1963 erweitert. In Salzgitter werden alle politisch motivierten Unrechtshandlungen innerhalb der DDR wie politische Urteile, Misshandlungen in Ermittlungsverfahren und im Strafvollzug und andere Verletzungen der Menschenrechte registriert. Die Erfassungsstelle ist eine Vorermittlungsbehörde, die Voraussetzungen für eine künftige Strafverfolgung schaffen soll. Wenigstens theoretisch hat man künftige Strafprozesse gegen die Verantwortlichen in der DDR im Auge.
Nach der internationalen Anerkennung der DDR und der Aufnahme von Beziehungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik im Jahre 1973 nehmen die polemischen Angriffe der DDR auf die Erfassungsstelle Salzgitter ständig zu. „Salzgitter“, wie die Zentrale Erfassungsstelle kurz genannt wird, ist in der DDR eine der meistgehassten Einrichtungen der Bundesrepublik. Seine Auflösung ist ein Punkt der Geraer Forderungen, die Erich Honecker 1980 formuliert.
Allerdings verliert die innerdeutsche Grenze auch durch kleinere Korrekturen, wie den Abbau der Selbstschussanlagen seit 1983, nichts von ihrer Brutalität. Nach wie vor gibt es zahllose politische Urteile und andere Rechtsverletzungen. Es gibt also keine wirkliche Grundlage für die Einstellung der Datenerhebung über Unrechtshandlungen in der DDR.
Dennoch setzt man im Westen nun stärker auf Gespräche als auf Konfrontation und laute Proteste. Die Wiedervereinigung und eine Strafverfolgung der SED-Täter scheinen in weite Ferne gerückt. Die SED-Führung ist für Politiker aller Parteien zum begehrten Gesprächspartner geworden. Zur gleichen Zeit gegen die Verantwortlichen in der DDR Material für künftige Strafprozesse zu sammeln, scheint jetzt auch im Westen für viele kontraproduktiv zu sein. Besonders SPD-Politiker sehen in der Erfassungsstelle ein Relikt des Kalten Krieges. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert 1984 dessen Auflösung. Seit 1988 stellen die sozialdemokratisch regierten Bundesländer und West-Berlin schrittweise die Mitarbeiter und die Finanzierung der Behörde in Salzgitter ein.
Nach dem Zusammenbruch der DDR erweist sich das in Salzgitter gesammelte Material als sehr hilfreich für die Aufarbeitung des DDR-Unrechts. Die Aktenbestände sind in der „Zentralen Beweis- und Dokumentationsstelle“ bei der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig archiviert. Sie dienen der juristischen Aufarbeitung des SED-Unrechts, der Aufklärung von Schicksalen, bei Rehabilitationsverfahren sowie der wissenschaftlichen Forschung.
Rückblickend räumen heute selbst manche Kritiker der Zentralen Erfassungsstelle ein, dass diese eine wichtige Aufgabe bei der Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur und bei dessen Überwindung gespielt hat.
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Zentraler Medizinischer Dienst des MfS
Dem Minister für Staatssicherheit direkt unterstellte Diensteinheit, dienstrechtlich der HA Kader und Schulung unterstellt, mit Dienstsitz in Berlin-Lichtenberg, Normannen-/Gotlinde-/Ruschestraße.
Leiter: Generalmajor Prof. Dr. Klaus-Wolfgang Klein
Personalbestand: 1.161 Mitarbeiter
Aufgaben:
- Gewährleistung der medizinischen Versorgung der hauptamtlichen Mitarbeiter
- Leitung des Krankenhauses in Berlin-Buch, der Poliklinik Berlin-Lichtenberg und des Haftkrankenhauses Berlin-Hohenschönhausen
- Führung von Außenstellen und Ambulatorien Abteilung Arbeitsmedizin (Arbeitsmedizinische Untersuchungsstelle)
- Abteilung Apothekenwesen (Zentrum für Pharmazie in Berlin-Pankow)
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Zersetzung
Konstitution eines Menschen anzugreifen, seine Persönlichkeit zu zerstören oder zumindest erheblich zu beschädigen.
Die Zersetzung unterscheidet sich von anderen einschneidenden Formen der Verfolgung wie Folter, Haft und Tötung wesentlich dadurch, dass sie nicht offen, sondern verdeckt gegen Menschen ausgeübt wurde. Der Staatssicherheitsdienst blieb also als Urheber negativer Ereignisse im Verborgenen. Neben der Anonymität der Gewalt zeichnete sich die Zersetzung im weiteren dadurch aus, dass sie eine persönlichkeitsorientierte Gewalt war.
Die einzelnen Maßnahmen im Rahmen der Zersetzung waren immer stark auf die Individualität des Opfers ausgerichtet. Häufig hatten sie in ihrer Kombination eine besonders zerstörerische Wirkung. Zweck der Zersetzungsmaßnahmen war, durch das Ausnutzen und Verstärken von Angst und Differenzen unter der politischen Opposition, den sogenannten feindlich-negativen Kräften, diese zu zersplittern, zu lähmen, zu desorganisieren und sie untereinander und von der Gesellschaft zu isolieren.
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft / Tom Sello
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Zionskirche und -gemeinde
Während der 1980er Jahre bis zur Friedlichen Revolution spielt die Zionsgemeinde eine entscheidende Rolle. Ihr Pfarrer Hans Simon stellt der Umwelt- Bibliothek Berlin seine Kellerräume zur Verfügung. Hier entsteht ein Zentrum der Opposition. Sowohl in den Gemeinderäumen als auch in der Kirche finden oppositionelle Veranstaltungen statt. Daraufhin lässt die Stasi den Turm und den Eingangsbereich der Zionskirche absperren. Wegen der fehlenden Fluchtwege können Großveranstaltungen daraufhin nicht mehr stattfinden.
Quelle: www.zionskirche-berlin.de
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