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Dossier: Frauen in Haft
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Interview: "Die Frauen von Workuta" - Teil 4
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Datum
10.05.2012
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Staat & Gesellschaft
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Herta Lahne (geb. 1927) steckte mitten in ihrer Ausbildung zur Opernsängerin, als sie sich im Jahr 1947 auf die Suche nach ihrem verschollenen Vater machte, in Weimar verhaftet und kurz darauf zum Tode verurteilt wurde. Zu dieser Zeit, kurz nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs, herrschte in der Sowjetischen Besatzungszone im Osten Deutschlands ein Klima des Misstrauens, der Denunziation, Willkür und Repression. Bei der Suche nach Trägern des nationalsozialistischen Regimes und Gegnern der Sowjetmacht gerieten auch Frauen ins Visier der sowjetischen Geheimpolizei. Verdächtig war man schon als Tochter oder Ehefrau eines (mutmaßlichen) NS-Täters.
Auf der Suche nach ihrem Vater, der im Sowjetischen Speziallager Buchenwald gefangen gehalten wurde, war Herta Lahne nach Weimar gefahren. Dort wurde sie direkt am Bahnhof verhaftet. Den Grund für ihre Festnahme erfuhr Lahne nicht. Das Angebot für eine Zusammenarbeit mit den Sowjets, das man der Gefangenen unterbreitete, lehnte Herta Lahne ab. Kurz darauf wurde sie zum Tode verurteilt. Ein ihr wohl gesonnener Arzt bescheinigte Lahne eine Schwangerschaft, so dass ihre Todesstrafe in eine Verurteilung zu 15 Jahren schwerster Zwangsarbeit umgewandelt wurde.
Nach einem letzten Treffen mit ihrem Vater und ihrer Unterbringung in verschiedenen deutschen Strafanstalten transportierte man Lahne unter schrecklichen Bedingungen in das nordrussische Strafgefangenenlager Workuta. Ihren Zustand und ihre Gefühle während ihres Aufenthaltes in Workuta beschreibt Herta Lahne im Video-Interview mit diesen Worten: "Man verliert das Gefühl (...) für alles. Man ist wie abgestorben. Man hört etwas, man sieht etwas, aber es kommt nicht an."
Mitte der 1950er Jahre, nach dem Tod des sowjetischen Diktators Stalin und der Moskaureise des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, wurden die deutschen Gulag-Gefangenen entlassen. Auch Herta Lehne kehrte mit ihren Mann, der auch in Workuta in Haft war, in ihre Heimat zurück. Sie wollte wieder zurück in ihr "altes" Leben und ihre Ausbildung am Meininger Theater fortsetzen. Das wurde ihr verwehrt. Zur Begründung hieß es, sie sei die Tochter eines Kriegsverbrechers.
Timeline - Das Interview im Überblick:
00:00 bis 00:59: Suche nach dem Vater. Verhaftung Lahnes in Weimar.
01:00 bis 03:20: Verhör und Haft in Weimar. Lahne lehnt das Angebot, mit den sowjetischen Streitkräften zu kooperieren, ab.
03:21 bis 06:05: Transport nach Buchenwald. Treffen mit dem Vater und Tod des Vaters.
06:06 bis 09:07: Transport nach Sachsenhausen. Verurteilung zum Tode.
09:08 bis 11:41: Verlegung nach Workuta. Umwandlung des Todesurteils zu schwerster Zwangsarbeit.
11:42 bis 19:13: Leben und Zeit in Workuta. Lahne beschreibt die schweren Arbeitsbedingungen und die schrecklichen hygienischen Zustände.
19:14 bis 24:00: Rückkehr in die Heimatstadt Meiningen. Erster Kontakt mit einem neuen System – der DDR. Lahne darf ihre Ausbildung am Theater nicht beenden.
Gesamtlänge: 24:00 min.
Hinweis:
Das Interview mit Herta Lahne ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
1. Interview mit der Zeitzeugin Anita Wille
2. Interview mit der Zeitzeugin Edith Fadtke
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson.
5. Interview mit der Zeitzeugin Irmgard Nitz.
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR
Foto: Frau hinter Gittern - Graffiti in Berlin (Flickr / dajmonpills).
Auf der Suche nach ihrem Vater, der im Sowjetischen Speziallager Buchenwald gefangen gehalten wurde, war Herta Lahne nach Weimar gefahren. Dort wurde sie direkt am Bahnhof verhaftet. Den Grund für ihre Festnahme erfuhr Lahne nicht. Das Angebot für eine Zusammenarbeit mit den Sowjets, das man der Gefangenen unterbreitete, lehnte Herta Lahne ab. Kurz darauf wurde sie zum Tode verurteilt. Ein ihr wohl gesonnener Arzt bescheinigte Lahne eine Schwangerschaft, so dass ihre Todesstrafe in eine Verurteilung zu 15 Jahren schwerster Zwangsarbeit umgewandelt wurde.
Nach einem letzten Treffen mit ihrem Vater und ihrer Unterbringung in verschiedenen deutschen Strafanstalten transportierte man Lahne unter schrecklichen Bedingungen in das nordrussische Strafgefangenenlager Workuta. Ihren Zustand und ihre Gefühle während ihres Aufenthaltes in Workuta beschreibt Herta Lahne im Video-Interview mit diesen Worten: "Man verliert das Gefühl (...) für alles. Man ist wie abgestorben. Man hört etwas, man sieht etwas, aber es kommt nicht an."
Mitte der 1950er Jahre, nach dem Tod des sowjetischen Diktators Stalin und der Moskaureise des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, wurden die deutschen Gulag-Gefangenen entlassen. Auch Herta Lehne kehrte mit ihren Mann, der auch in Workuta in Haft war, in ihre Heimat zurück. Sie wollte wieder zurück in ihr "altes" Leben und ihre Ausbildung am Meininger Theater fortsetzen. Das wurde ihr verwehrt. Zur Begründung hieß es, sie sei die Tochter eines Kriegsverbrechers.
Timeline - Das Interview im Überblick:
00:00 bis 00:59: Suche nach dem Vater. Verhaftung Lahnes in Weimar.
01:00 bis 03:20: Verhör und Haft in Weimar. Lahne lehnt das Angebot, mit den sowjetischen Streitkräften zu kooperieren, ab.
03:21 bis 06:05: Transport nach Buchenwald. Treffen mit dem Vater und Tod des Vaters.
06:06 bis 09:07: Transport nach Sachsenhausen. Verurteilung zum Tode.
09:08 bis 11:41: Verlegung nach Workuta. Umwandlung des Todesurteils zu schwerster Zwangsarbeit.
11:42 bis 19:13: Leben und Zeit in Workuta. Lahne beschreibt die schweren Arbeitsbedingungen und die schrecklichen hygienischen Zustände.
19:14 bis 24:00: Rückkehr in die Heimatstadt Meiningen. Erster Kontakt mit einem neuen System – der DDR. Lahne darf ihre Ausbildung am Theater nicht beenden.
Gesamtlänge: 24:00 min.
Hinweis:
Das Interview mit Herta Lahne ist Teil der Interviewreihe "Die Frauen von Workuta". Die Reihe ist ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR, in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns herzlich bei den Interviewpartnerinnen.
Hier findest du die anderen Teile der Interviewreihe:
1. Interview mit der Zeitzeugin Anita Wille
2. Interview mit der Zeitzeugin Edith Fadtke
3. Interview mit der Zeitzeugin Gerda Janson.
5. Interview mit der Zeitzeugin Irmgard Nitz.
Interviews / Kamera / Schnitt: Heimatfilm GbR
Foto: Frau hinter Gittern - Graffiti in Berlin (Flickr / dajmonpills).






