Werkstatt
Wir haben uns hier insbesondere auf das Zeitzeugeninterview konzentriert, denn dies wird bei deinen Recherchen und bei der Produktion eines Beitrags eine besondere Rolle spielen. Ergänzend dazu gehen wir zunächst kurz auf die Umfrage und später auf Atmos und Schnittbilder ein (folgt in Kürze).
Es ist auch wichtig, sich genau zu überlegen, wie du eine Frage aufbaust, damit du gute Antworten bekommst. Denke auch an die journalistischen „Ws“ (wer, was, wann, wo wie), also daran, eine Frage so zu stellen, dass der Interviewpartner nicht mit einem knappen Ja oder Nein antworten kann. Es ist auch sinnvoll, mit Beginn des Interviews Name und Thema des Interviewpartners zu nennen.
Offene Frage
Grundsätzlich sehr zu empfehlen, um das Interview zu beginnen, um "ins Gespräch zu kommen", aber auch um zu testen, wie der Interviewpartner antwortet – kurz, knapp, präzise, ausweichend oder ausschweifend. (Was haben Sie im Oktober 1989 gemacht?)
Beschreibende Frage
Sehr wichtige (offene) Frageform, um die Erinnerungen anzuregen und Details zu erhalten. Eine Situation oder ein Ort soll genau beschrieben werden. (Wie sah die Grenzanlage kurz vor dem Mauerfall hier genau aus, können Sie mir das beschreiben?)
Geschlossene Frage
Diese Frageform eignet sich, wenn man konkrete Nachfragen hat, eine bestimmte Antwort erhalten möchte. (Wo waren Sie exakt am 09. Oktober?)
Balkonfrage
Häufig bei Journalisten verwendete Frageform. Die Frage wird mit einer Information eingeleitet: z.B. „Zu Beginn des Jahres 1989 versuchten immer mehr Bürger der DDR über den Umweg z.B. Ungarns in den Westen zu kommen. Hatten Sie auch ähnliche Pläne?“ Diese Frageform birgt die Gefahr in sich, dass die Einleitung zu lang oder zu umständlich wird. Wichtig ist auch, dass die Information unbedingt richtig sein muss, denn durch den Interviewpartner auf eine falsche Information hingewiesen zu werden, ist unangenehm.
Doppel- oder Mehrfachfrage
Verwirrt oft den Interviewpartner, Fragen werden oft nicht richtig beantwortet bzw. ignoriert.
Feststellungsfrage
Diese Frageform ist formal gar keine Frage. Es ist in erster Linie eine Feststellung (Die DDR war ja eine Diktatur!?) Sie wird dann auch gerne mit einer Frage kombiniert, die die Feststellung vergessen macht und implizit das Einverständnis zu dieser Aussage abholt (Die DDR war ja eine Diktatur!? Wie haben Sie das ausgehalten?) Diese Frage kann allerdings manchmal sinnvoll sein, wenn du provozieren willst oder die erwähnte Bestätigung einer Aussage haben willst.
Suggestivfragen
Hier gibst du in deiner Frage bereits eine klare Meinung vor. Wer diese Frageform anwendet, stellt keine wirkliche Frage, sondern beabsichtigt, eine Idee, Sicht oder Meinung einer anderen Person zu suggerieren, um beeinflussend zu wirken. (Wirtschaftlich ging es ja nicht erst in den 80er Jahren mit der DDR bergab?)
Versuche auch mögliche Schwierigkeiten zu antizipieren, also voraus zu denken (der Interviewte will nicht auf eine Frage antworten, versteht die Frage nicht, ist zu ausschweifend, weicht der Frage aus etc.).
Wichtig ist darüber hinaus ist auch, welche Kleidung der oder die Interviewte trägt (kleine Karos oder Streifen werden durch Videokameras nicht gut erkannt und flimmern!)
Stelle sicher, dass es an dem Ort keine oder nur wenig Nebengeräusche gibt.
Atmosphäre
Das Interview sollte für alle Beteiligten angenehm sein, die Atmosphäre sollte stimmen, der Interviewte bequem sitzen, evtl. etwas zu trinken haben, nicht durch Licht geblendet werden etc.
Respekt
Habe Respekt vor der Person, seiner Geschichte, seiner Art diese zu erzählen. Sollte das Interview abschweifen, lenke das Thema wieder höflich in die richtige Richtung. Bedenke, dass es auch Bereiche im Leben eines Menschen gibt, über die man vielleicht nicht sprechen will.
Konzentration
Bleibe konzentriert, aufmerksam und interessiert. Suche den Augenkontakt, kontrolliere deine noch nicht beantworteten Fragen, versuche u.U. auch den Subtext der Antworten zu ergründen. Sollte die interviewte Person bewusst oder unbewusst merken, dass du gar nicht richtig zuhörst, wäre das fatal.
Selbstbewusstsein
Sei respektvoll, aber selbstbewusst. Frage nach, provoziere bei Bedarf ein wenig (aber immer höflich bleiben!), lasse dich nicht gleich zufrieden stellen.
Als erstes solltest du dich vor der ersten Aufnahme eingehend mit deiner Kamera und ihren Funktionen beschäftigen, ein paar Testaufnahmen machen. Nichts ist nerviger als während der Aufnahme nach dem richtigen Knopf oder dem richtigen Menüpunkt suchen zu müssen, oder deinen Interviewpartner warten zu lassen, weil du noch mal in der Anleitung nachschlagen musst.
Wichtig sind natürlich die Schärfe, der Ton, Bildeinstellungen wie 16/9 und 4:3 und der Weißabgleich. Es ist auch sehr wichtig mit voll geladenen Akkus zur Aufnahme zu gehen, das hört sich zwar banal an, aber wenn die Kamera mitten in den schönsten Aufnahmen ausgeht, ist das sehr ärgerlich.
Nimm dir für alle Aufnahmen genug Zeit. Plane alles großzügig und setz dich nicht durch unnötige Hetze zusätzlich unter Druck. Gut ist es auch, nicht alleine zu arbeiten. Idealerweise hast du einen Kameramann (und evtl. noch einen Tonmann) dabei, der sich nur um die Kamera kümmert und immer wieder überprüft, ob alles läuft und die Aufnahme auch wirklich gut wird, der auch eventuelle Korrekturen vornehmen kann, wenn sich die aufgenommene Person vielleicht stärker bewegt als angenommen, etc.
Welche Einstellungsgröße die richtige ist, lässt sich nur von Fall zu Fall entscheiden. Wenn du mehrere Kameras zur Verfügung hast, kannst du natürlich verschieden Einstellungen wählen (z.B. eine Halbtotale und eine Nahe). In den meisten Fällen wirst du nur eine Kamera haben, da solltest du dich für eine nicht zu radikale Einstellung entscheiden, die vielleicht auf die Dauer nerven könnte. Du solltest auf keinen Fall ständig Zoomen oder Schwenken. In einer Gesprächspause oder in einem Moment der Frage kannst du die Einstellung verändern oder korrigieren, ohne dass es dann später nach dem Schnitt auffällt.
Grundsätzlich sollte bei einem Interview die Kamera dezent bleiben, d.h. am besten vergisst der Zuschauer, dass es überhaupt einen Kameramann gegeben hat, und er kann sich ganz auf den Porträtierten einlassen.
Bevor du mit dem Interview beginnst, mache ein paar Tests. Prüfe während der Bildaufnahme immer wieder den Ton. Wenn du das Mikro an deine Kamera oder an das Aufnahmegerät anschließen kannst, benutze am besten Kopfhörer, um den Ton zu kontrollieren. Das Hören über das Mikrofon ist meistens ganz verschieden von der Wahrnehmung unserer Ohren, d.h. man nimmt dann auch Störgeräusche oft stärker wahr, die unser Gehirn ganz von allein filtert, die Kamera oder das Aufnahmegerät aber aufnehmen. Das Brummen eines Kühlschranks oder das Ticken einer Uhr kann bei einer Aufnahme extrem stören und die Aufnahme unbrauchbar machen.
Einer der größten Störfaktoren ist der Wind. Wenn du draußen arbeitest, hast du fast immer ein wenig Wind. Benutze unbedingt einen Wind- oder Popschutz (Fell) oder suche dir eine wirklich windgeschützte Ecke, denn wenn dir der Wind ins Mikro bläst, kannst du die Aufnahme wegwerfen.
Achte auch auf zu leise und auf übersteuerte Aufnahmen, die letzteren erzeugen beim Abspielen des Videos ein lautes Knacksen. Wichtig ist, dass die Anschlüsse keine Wackelkontakte aufweisen. Lieber das Tonkabel mit Klebeband festkleben, damit es zu keinen störenden Nebengeräuschen kommt. Ständig mit Kabeln hin- und herzuwackeln kann zu »Krachern« während der Tonaufnahme führen. Eine sehr komfortable Lösung ist ein Ansteckmikro, das du dem / der InterviewpartnerIn ans Hemd oder an die Bluse steckst, allerdings sind diese sehr teuer und sie haben auch ein par Schwächen, z.B. werden Körpergeräusche wie das Rascheln der Kleidung auch mit übertragen.
Wir haben dir hier ein paar Ideen für kurze Umfrage-Interviews zusammengestellt:
5-Minuten-Interviews
Damit hast du einen Fragen-Katalog an der Hand, mit dem du verschiedenen Personen jeweils drei oder vier Fragen zu einem Thema stellen kannst und anhand dessen du die Befragung steuerst, wenn dein Interviewpartner das Gespräch auf neue Gesichtspunkte richtet und das gesamte Interview erweitert.
Die Vorlagen sind als Anregung gedacht, auf deren Grundlage du eigene Ideen entwickeln, andere Fragen oder Themen behandeln kannst.
Dokumente & Bilder (zum Verwenden)
Nutze auch die Gelegenheit nach Bildern, Dokumenten o.ä. zu fragen, diese sind oft sehr hilfreich, einen Beitrag optisch aufzuwerten. Du kannst diese ja auch einscannen und zurücksenden.
Aufnahme
Aufnahme (Interview)
Welches Equipment brauchst du für welche Art der Produktion? Wie stellst du am besten deine Fragen? Hier stellen wir dir eine Art Checkliste vor, an was du bei deiner Produktion immer denken solltest.Wir haben uns hier insbesondere auf das Zeitzeugeninterview konzentriert, denn dies wird bei deinen Recherchen und bei der Produktion eines Beitrags eine besondere Rolle spielen. Ergänzend dazu gehen wir zunächst kurz auf die Umfrage und später auf Atmos und Schnittbilder ein (folgt in Kürze).
Vor dem Interview
Wie unter Vorbereitung angeregt, ist eine gute Recherche entscheidend für ein gutes Interview bzw. einen guten Beitrag. Im Zentrum des Ganzen steht dein gewähltes Thema, die Informationen, die du gerne erfragen und herauskriegen willst. Es empfiehlt sich, die Fragen stichwortartig und nicht ausformuliert aufzuschreiben und vorher zu strukturieren, z.B.:- chronologisch (also zeitlich)
- thematisch (nach Themenbereichen geordnet)
- deduktiv (mit dem Allgemeinen beginnen und mit dem Konkreten enden)
- induktiv (mit dem Konkreten beginnen und dem Allgemeinen enden)
Es ist auch wichtig, sich genau zu überlegen, wie du eine Frage aufbaust, damit du gute Antworten bekommst. Denke auch an die journalistischen „Ws“ (wer, was, wann, wo wie), also daran, eine Frage so zu stellen, dass der Interviewpartner nicht mit einem knappen Ja oder Nein antworten kann. Es ist auch sinnvoll, mit Beginn des Interviews Name und Thema des Interviewpartners zu nennen.
Frageformen
Darauf aufbauend, kann man grundsätzlich u.a. folgende Frageformen anwenden:Offene Frage
Grundsätzlich sehr zu empfehlen, um das Interview zu beginnen, um "ins Gespräch zu kommen", aber auch um zu testen, wie der Interviewpartner antwortet – kurz, knapp, präzise, ausweichend oder ausschweifend. (Was haben Sie im Oktober 1989 gemacht?)
Beschreibende Frage
Sehr wichtige (offene) Frageform, um die Erinnerungen anzuregen und Details zu erhalten. Eine Situation oder ein Ort soll genau beschrieben werden. (Wie sah die Grenzanlage kurz vor dem Mauerfall hier genau aus, können Sie mir das beschreiben?)
Geschlossene Frage
Diese Frageform eignet sich, wenn man konkrete Nachfragen hat, eine bestimmte Antwort erhalten möchte. (Wo waren Sie exakt am 09. Oktober?)
Balkonfrage
Häufig bei Journalisten verwendete Frageform. Die Frage wird mit einer Information eingeleitet: z.B. „Zu Beginn des Jahres 1989 versuchten immer mehr Bürger der DDR über den Umweg z.B. Ungarns in den Westen zu kommen. Hatten Sie auch ähnliche Pläne?“ Diese Frageform birgt die Gefahr in sich, dass die Einleitung zu lang oder zu umständlich wird. Wichtig ist auch, dass die Information unbedingt richtig sein muss, denn durch den Interviewpartner auf eine falsche Information hingewiesen zu werden, ist unangenehm.
Problematische Frageformen
Im Rundfunk werden immer wieder Frageformen eingesetzt, die oft als problematisch einzustufen sind. Achte darauf, diese vorsichtig und nur sehr ausgewählt einzusetzen:Doppel- oder Mehrfachfrage
Verwirrt oft den Interviewpartner, Fragen werden oft nicht richtig beantwortet bzw. ignoriert.
Feststellungsfrage
Diese Frageform ist formal gar keine Frage. Es ist in erster Linie eine Feststellung (Die DDR war ja eine Diktatur!?) Sie wird dann auch gerne mit einer Frage kombiniert, die die Feststellung vergessen macht und implizit das Einverständnis zu dieser Aussage abholt (Die DDR war ja eine Diktatur!? Wie haben Sie das ausgehalten?) Diese Frage kann allerdings manchmal sinnvoll sein, wenn du provozieren willst oder die erwähnte Bestätigung einer Aussage haben willst.
Suggestivfragen
Hier gibst du in deiner Frage bereits eine klare Meinung vor. Wer diese Frageform anwendet, stellt keine wirkliche Frage, sondern beabsichtigt, eine Idee, Sicht oder Meinung einer anderen Person zu suggerieren, um beeinflussend zu wirken. (Wirtschaftlich ging es ja nicht erst in den 80er Jahren mit der DDR bergab?)
Training
Versuche das Interview mindestens einmal vorher zu trainieren, entweder mit einem Freund, Mitschüler oder Bekannten, zur Not auch alleine, dann aber solltest du die Fragen laut vorlesen. Stoppe am besten die Zeit, um ein Gefühl für die Interviewlänge zu bekommen.Versuche auch mögliche Schwierigkeiten zu antizipieren, also voraus zu denken (der Interviewte will nicht auf eine Frage antworten, versteht die Frage nicht, ist zu ausschweifend, weicht der Frage aus etc.).
Aufnahmesituation/Aufnahmeort
Es ist ganz wichtig, dass du dir Gedanken zum Interviewort machst, denn das wird die Qualität deines Beitrags stark beeinflussen. Bist du bei dem Zeitzeugen, an einem neutralen Ort, in einer Gedenkstätte, in deiner Schule? Soll der Interviewpartner sitzen, stehen oder gehen? Wie sieht der Hintergrund aus, die klassische Bücherwand, das Wohnzimmer, der Arbeitsplatz?Wichtig ist darüber hinaus ist auch, welche Kleidung der oder die Interviewte trägt (kleine Karos oder Streifen werden durch Videokameras nicht gut erkannt und flimmern!)
Stelle sicher, dass es an dem Ort keine oder nur wenig Nebengeräusche gibt.
Während des Interviews
Die interviewte Person steht im Mittelpunkt, doch du als InterviewerIn kontrollierst das Interview, das ist sehr wichtig! Folgende Aspekte sind während des Interviews zu beachten:Atmosphäre
Das Interview sollte für alle Beteiligten angenehm sein, die Atmosphäre sollte stimmen, der Interviewte bequem sitzen, evtl. etwas zu trinken haben, nicht durch Licht geblendet werden etc.
Respekt
Habe Respekt vor der Person, seiner Geschichte, seiner Art diese zu erzählen. Sollte das Interview abschweifen, lenke das Thema wieder höflich in die richtige Richtung. Bedenke, dass es auch Bereiche im Leben eines Menschen gibt, über die man vielleicht nicht sprechen will.
Konzentration
Bleibe konzentriert, aufmerksam und interessiert. Suche den Augenkontakt, kontrolliere deine noch nicht beantworteten Fragen, versuche u.U. auch den Subtext der Antworten zu ergründen. Sollte die interviewte Person bewusst oder unbewusst merken, dass du gar nicht richtig zuhörst, wäre das fatal.
Selbstbewusstsein
Sei respektvoll, aber selbstbewusst. Frage nach, provoziere bei Bedarf ein wenig (aber immer höflich bleiben!), lasse dich nicht gleich zufrieden stellen.
Kamera
Jede Kamera hat natürlich ihre Eigenarten, aber im Allgemeinen kannst du bei und vor der Aufnahme auf ein paar Dinge achten.Als erstes solltest du dich vor der ersten Aufnahme eingehend mit deiner Kamera und ihren Funktionen beschäftigen, ein paar Testaufnahmen machen. Nichts ist nerviger als während der Aufnahme nach dem richtigen Knopf oder dem richtigen Menüpunkt suchen zu müssen, oder deinen Interviewpartner warten zu lassen, weil du noch mal in der Anleitung nachschlagen musst.
Wichtig sind natürlich die Schärfe, der Ton, Bildeinstellungen wie 16/9 und 4:3 und der Weißabgleich. Es ist auch sehr wichtig mit voll geladenen Akkus zur Aufnahme zu gehen, das hört sich zwar banal an, aber wenn die Kamera mitten in den schönsten Aufnahmen ausgeht, ist das sehr ärgerlich.
Nimm dir für alle Aufnahmen genug Zeit. Plane alles großzügig und setz dich nicht durch unnötige Hetze zusätzlich unter Druck. Gut ist es auch, nicht alleine zu arbeiten. Idealerweise hast du einen Kameramann (und evtl. noch einen Tonmann) dabei, der sich nur um die Kamera kümmert und immer wieder überprüft, ob alles läuft und die Aufnahme auch wirklich gut wird, der auch eventuelle Korrekturen vornehmen kann, wenn sich die aufgenommene Person vielleicht stärker bewegt als angenommen, etc.
Stativ & Einstellung
Als eine Grundregel, zumindest für Interviews, kann man festhalten, dass das Bild ruhig sein sollte, man spricht von einer festen Einstellung, Am besten benutzt du ein Stativ, richtest das Bild in Ruhe ein, bevor dein Interviewpartner kommt.Welche Einstellungsgröße die richtige ist, lässt sich nur von Fall zu Fall entscheiden. Wenn du mehrere Kameras zur Verfügung hast, kannst du natürlich verschieden Einstellungen wählen (z.B. eine Halbtotale und eine Nahe). In den meisten Fällen wirst du nur eine Kamera haben, da solltest du dich für eine nicht zu radikale Einstellung entscheiden, die vielleicht auf die Dauer nerven könnte. Du solltest auf keinen Fall ständig Zoomen oder Schwenken. In einer Gesprächspause oder in einem Moment der Frage kannst du die Einstellung verändern oder korrigieren, ohne dass es dann später nach dem Schnitt auffällt.
Grundsätzlich sollte bei einem Interview die Kamera dezent bleiben, d.h. am besten vergisst der Zuschauer, dass es überhaupt einen Kameramann gegeben hat, und er kann sich ganz auf den Porträtierten einlassen.
Ton & Mikrofon
Mindestens genauso wichtig, wenn nicht wichtiger als ein gutes Bild ist der Ton, denn das Interview ist vom Erzählen, vom Sprechen bestimmt. Gehe mit dem Mikro möglichst nah an die Quelle bzw. an den Mund heran, je näher du an der Quelle bist, desto besser. So wie bei der Arbeit mit der Kamera, ist es auch sehr hilfreich das Mikrofon vorher in Ruhe einzurichten und am besten ein Stativ zu benutzen, dann hast du oder dein Tonmann kein Problem mit Wacklern oder dass dir nach 30 Minuten der Arm lahm wird (nicht zu unterschätzen!).Bevor du mit dem Interview beginnst, mache ein paar Tests. Prüfe während der Bildaufnahme immer wieder den Ton. Wenn du das Mikro an deine Kamera oder an das Aufnahmegerät anschließen kannst, benutze am besten Kopfhörer, um den Ton zu kontrollieren. Das Hören über das Mikrofon ist meistens ganz verschieden von der Wahrnehmung unserer Ohren, d.h. man nimmt dann auch Störgeräusche oft stärker wahr, die unser Gehirn ganz von allein filtert, die Kamera oder das Aufnahmegerät aber aufnehmen. Das Brummen eines Kühlschranks oder das Ticken einer Uhr kann bei einer Aufnahme extrem stören und die Aufnahme unbrauchbar machen.
Einer der größten Störfaktoren ist der Wind. Wenn du draußen arbeitest, hast du fast immer ein wenig Wind. Benutze unbedingt einen Wind- oder Popschutz (Fell) oder suche dir eine wirklich windgeschützte Ecke, denn wenn dir der Wind ins Mikro bläst, kannst du die Aufnahme wegwerfen.
Achte auch auf zu leise und auf übersteuerte Aufnahmen, die letzteren erzeugen beim Abspielen des Videos ein lautes Knacksen. Wichtig ist, dass die Anschlüsse keine Wackelkontakte aufweisen. Lieber das Tonkabel mit Klebeband festkleben, damit es zu keinen störenden Nebengeräuschen kommt. Ständig mit Kabeln hin- und herzuwackeln kann zu »Krachern« während der Tonaufnahme führen. Eine sehr komfortable Lösung ist ein Ansteckmikro, das du dem / der InterviewpartnerIn ans Hemd oder an die Bluse steckst, allerdings sind diese sehr teuer und sie haben auch ein par Schwächen, z.B. werden Körpergeräusche wie das Rascheln der Kleidung auch mit übertragen.
Licht
Ein weiterer wichtiger Punkt, den du berücksichtigen musst, ist die Lichtsituation. Der Raum oder der Ort der Aufnahme soll hell sein. Wenn das Licht von links oder rechts oben kommt, entspricht dies unseren üblichen Sehgewohnheiten. Achte darauf, dass du kein direktes Licht, sondern eher diffuses Licht hast. Diffuses Licht ist hell und wirft keine Schatten. Heller Sonnenschein oder stark gerichtete Lichtquellen werfen Schatten, die starke Kontraste z.B. auf dem Gesicht verursachen. Vermeide auch Gegenlicht. Sitzt der Interviewpartner z.B. vor einem Fenster, erscheint er oder sie nur noch als Silhouette auf der späteren Aufnahme.Variante: Umfrage (5-Minuten-Interviews)
Eine Variante des Interviews ist die Befragung oder Umfrage. Sie dient dazu, Informationen über Einstellungen, Meinungen oder Wissen von Menschen zu gewinnen. Du kannst dich z.B. auf bestimmte Aspekte einer gemeinsamen Erfahrung der Befragten konzentrieren oder unterschiedliche Erfahrungen, Wahrnehmungen und Reflexionen zu einem bestimmten Thema in den Mittelpunkt stellen.Wir haben dir hier ein paar Ideen für kurze Umfrage-Interviews zusammengestellt:
5-Minuten-Interviews
Damit hast du einen Fragen-Katalog an der Hand, mit dem du verschiedenen Personen jeweils drei oder vier Fragen zu einem Thema stellen kannst und anhand dessen du die Befragung steuerst, wenn dein Interviewpartner das Gespräch auf neue Gesichtspunkte richtet und das gesamte Interview erweitert.
Die Vorlagen sind als Anregung gedacht, auf deren Grundlage du eigene Ideen entwickeln, andere Fragen oder Themen behandeln kannst.
Nach dem Interview
Dank & Einverständniserklärung
Denke daran, dich zu bedanken und auch noch mal die Einverständniserklärung einzuholen, bzw. zu klären, ob der Interviewte den Beitrag noch freigeben will. Sollte die Zeit knapp geworden sein, frage nach einem evtl. nötigen weiteren Termin.Dokumente & Bilder (zum Verwenden)
Nutze auch die Gelegenheit nach Bildern, Dokumenten o.ä. zu fragen, diese sind oft sehr hilfreich, einen Beitrag optisch aufzuwerten. Du kannst diese ja auch einscannen und zurücksenden.










