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Es muss nicht immer die professionelle Ausstattung sein, oft reichen z.B. das eigene Mobiltelefon oder die eigene Digitalkamera schon aus, um einen gelungenen Beitrag zu machen. Wir zeigen euch hier worauf man achten sollte.

 

Text & Fotostrecke

Du hast dich für einen Textbeitrag entschieden, das ist sicherlich aus technischer Sicht die am wenigsten aufwändige Variante einen Beitrag zu erstellen, doch auch hier sollte man die Instrumente haben und auch gut kennen.

Papier und Stift

Es klingt vielleicht banal, aber es ist schon vorgekommen, dass Journalisten keinen oder einen kaputten Stift dabei hatten und als sie sich endlich einen ausgeborgt hatten, war nicht genügend Papier vor Ort. Denke immer daran mehrere Stifte, einen Block und evtl. eine Schreibunterlage (z.B. Klemmbrett) dabei zu haben. Oft finden Interviews unterwegs oder an Orten statt, an denen man keinen Tisch vor sich hat. Optional sind auch verschiedenfarbige Stifte oder auch Textmarker zu empfehlen, um sich während oder gleich nach einem Interview die besonders relevanten Stellen zu markieren.

Diktiergerät

Es ist generell sehr schwierig ein Interview mit aller Konzentration zu führen und es gleichzeitig zu protokollieren. Wenn du den exakten Wortlaut haben willst, ist es besser, ein Diktiergerät einzusetzen, um später das gesamte Gespräch transkribieren zu können, also in Textform zu bringen. Neben speziellen Diktiergeräten (analog oder digital) haben auch viele Mobiltelefone eine Aufnahmefunktion. Mit einem Headset als Mikrofon kann man wirklich gute Ergebnisse bekommen. Auch die meisten Mp3-Player haben eine entsprechende Funktion oder, wie bei den iPods, zumindest die Möglichkeit mit einem externen Mikrofon das Gerät zu einem Diktiergerät zu verwandeln (z.B das Belkin TuneTalk Stereo-Mikrofon, der iTalk von Griffins oder das XtremeMac MicroMemo).
Ein Stift und Zettel ist jedoch unverzichtbar, denn Technik ist immer anfällig (z.B. Akkus!) und zweitens hilft es beim Bearbeiten der Aufnahme, sich schon ein paar strukturierende Stichpunkte gemacht zu haben. Falls technisch möglich, kann man auch schon während der Aufnahme "digitale Marker" setzen, also somit das Interview bereits in verschiedene Tracks (Stücke) strukturieren. Alternativ kannst du dir auch zwischendurch den Timecode notieren. Grundsätzlich gilt, dass man sehr schnell viel Material produziert, welches sehr aufwendig zu transkribieren oder zu bearbeiten ist.

Fotokamera

Die ist besonders wichtig, denn jeder Beitrag kann durch ein Foto des Befragten, des Handlungsortes, der Gedenkstätte etc. gewinnen. Solltest du eine digitale Kamera haben oder das Mobiltelefon entsprechend ausgerüstet sein, sparst du Geld und Zeit und kannst die Fotos gleich direkt in den Computer überspielen. Bei analoger Technik musst du den Umweg über die Fotoentwicklung machen.

 

Audio

Im Folgenden wird erklärt, was du benötigst, um ein Interview, O-Töne oder eine O-Ton-Collage in guter Tonqualität zu erstellen. Die Qualität der Aufnahme hängt von drei Faktoren ab:
Vom Aufnahmegerät, vom Mikrofon und von der Umgebung der Aufnahme.

Aufnahmegeräte

Die Aufnahmetechnik verändert sich rasant. Idealerweise verwendet man ein spezielles (analoges oder digitales) Aufnahmegerät, aber auch diverse andere technische Geräte (Mobiltelefon, Digitalkamera, MP3-Player) haben bereits eine Aufnahmefunktion integriert und lassen sich prima für eine Tonaufnahme einsetzen. Obwohl die Symbole bei allen Geräten meist leicht verständlich sind, solltest du dir im Vorfeld etwas Zeit nehmen, um das Gerät besser kennen zu lernen. Bitte überprüfe, ob das Gerät einen eigenen Mikrofoneingang hat, welche Anschlüsse (siehe Technik Glossar) vorhanden sind.
Hier geben wir dir kurz einen Überblick über die Bandbreite an Aufnahmegeräten und deren Besonderheiten:

Analoges Aufnahmegerät

Analoge Aufnahmegeräte, wie Tonband- und Kassettengeräte werden heute kaum mehr benutzt. Besonders unpraktisch ist, dass man das Ergebnis nicht direkt in den Computer überspielen kann.

Digitales Aufnahmegerät

Grundsätzlich gilt, je professioneller das Aufnahmegerät, desto besser die Qualität. Hochprofessionelle Aufnahmegeräte, wie von Marantz PMD oder von M-Audio, sind für ein Interview eigentlich nicht notwendig. Auch andere Markenhersteller (wie AKG, Beyer, Sennheiser, Olympus) haben sehr gute Geräte. Idealerweise sollte das Gerät die Aufnahmen in verschiedenen Formaten abspeichern können (WAV, WMA, MP3), um diese direkt auf deinem Rechner bearbeiten zu können. Es ist hilfreich, wenn gleich eine Software dabei ist, mit der man die Sound-Dateien am Computer bearbeiten kann. Als Alternative empfehlen wir dir die freie Software Audacity, die wir auch in unseren Videotutorials erläutern. Die Webseite Lehrer-Online hat hier ein relativ aktuelles digitales Aufnahmegerät für den Schuleinsatz getestet.

MP3-Player / IPod

Die kostengünstigeren MP3-Player erreichen inzwischen eine gute Aufnahmequalität. Sowohl die digitalen Aufnahmegeräte als auch die Festplatten/MP3-Player nehmen im MP3- oder WAV-Format auf und die Daten können mit einem USB-Kabel direkt zur Bearbeitung auf den Computer gezogen werden. Wichtig ist hier vor allem, dass du, wenn möglich, mit einem externen Mikrofon arbeitest, damit du gezielter bzw., wie es in der Fachsprache heißt, "gerichteter" aufnehmen kannst.

Mobiltelefon

Viele Mobiltelefone haben bereits eine Aufnahmefunktion und eignen sich mit einem Headset (als Mikro eingesetzt) gar nicht mal so schlecht für eine Tonaufnahme. Auch ohne Headset funktioniert das Ganze, ist aber bedeutend schlechter in der Qualität. Achte auf die Größe der Speicherkarte und das verwendete Format.

Minidisc (MD)

Der MD-Recorder (Mini Disk) wird inzwischen nur noch von Sony produziert, ist aber oft gut gebraucht zu bekommen. MD-Recorder haben eine sehr gute Aufnahmequalität. Beim Übertragen auf den Rechner kann es allerdings etwas kompliziert werden.
Diktiergerät
Digitale Diktiergeräte haben meistens eine schlechtere Aufnahmequalität und manchmal keine Möglichkeit, ein externes Mikro anzuschließen. Außerdem haben manche Geräte nur eine begrenzte Speicherkapazität, d.h. nur eine begrenzte Aufnahmezeit. Zur Not geht es aber natürlich auch hiermit. Analoge, ältere Diktiergeräte, wie sie oft noch in Mamas oder Opas Schublade liegen, sind für ein Interview eigentlich nicht zu empfehlen. Die Klangqualität ist meistens eine Katastrophe, das Überspielen auf den Computer fast unmöglich.

Computer/Laptop

Natürlich kannst du ein Interview auch direkt mit dem Computer (und dem dazu passenden Programm) aufnehmen, allerdings bist du dann an einen bestimmten Ort gebunden. Solltest du auf ein Laptop zurückgreifen können, bist du zwar mobiler, Journalisten raten jedoch: Je kleiner das Aufnahmegerät, desto weniger stört es die Interviewsituation.

Sonderfall Telefoninterview

Für Telefoninterviews benötigt man einen geeigneten Adapter, den man in der Regel zwischen Telefonhörer und Telefon steckt. An diese Adapter lassen sich dann alle Aufnahmegeräte anschließen, die über einen 3,5mm Klinkestecker Mikrofoneingang verfügen.

Skype-Interview

Besser und einfacher ist es, ein Interview über Internet (Voice over IP), z.B. via Skype (www.skype.com) zu führen und dieses mit einem entsprechenden Programm aufzunehmen, so ist der Mitschnitt gleich dort wo er sein soll. Die freien Programme, wie z.B. Freecorder für den PC oder Audio Hijack für den Mac sind dafür gut geeignet.

Mikrofon

Man unterscheidet im Profibereich bei Mikrofonen zwischen dynamischen Mikrofonen und Kondensatormikrofonen. Die dynamischen sind weniger empfindlich, haben einen warmen Klang und eignen sich nicht so sehr für Sprachaufnahmen. Die Kondensatormikrofone benötigen eine Batterie oder werden von einer externen Quelle (Kamera, Mischer) mit Strom versorgt.
Ein weiterer Unterschied ist, ob du eine Sprachaufnahme oder Geräusche o.ä. aufnehmen willst:

Kugelmikro

Ein Mikrofon mit Kugelform nimmt alle Geräusche der Umgebung auf, von vorn und von der Seite. Bei einem Kugelmikrofon ist es sehr wichtig, dass du einen ruhigen Platz für das Interview suchst, denn Nebengeräusche, wie Straßenlärm, werden ansonsten später sehr deutlich zu hören sein und die Sprachaufnahme stören. Der Vorteil des Kugelmikrofons ist jedoch, dass du, im Vergleich zu einem Mikrofon mit Richtcharakteristik, eine gleichmäßige Aufnahme hast, wenn sich deine Gesprächspartner viel bewegt. Das Kugelmikrofon ist traditionell das Reportermikrofon, denn früher hat man "Atmos" nicht extra aufgenommen, sondern mit dem Reportermikrofon die Atmo mit der Umfrage oder dem Interview aufgenommen.

Richtmikro

Inzwischen werden bei Sprachaufnahmen fast ausschließlich die länglichen Richtmikrofone eingesetzt. Andere Geräusche, bzw. der Schall aus anderen Richtungen werden besser gedämpft, die Qualität bei Sprachaufnahmen ist deutlich besser. Jedes Mikrofon klingt anders und ob ein Mikrofon schön klingt oder nicht, hängt auch von deinen individuellen Hörgewohnheiten ab. Es empfiehlt sich, ein Mikrofon vorher auszuprobieren, wenn du dir eines anschaffst oder ausleihst. Generell gilt: Für eine gute Sprachaufnahme benötigt man in der Regel kein teures Mikrofon.

Ansteckmikro & Headset

Eine weitere Variante besteht darin, das Mikrofon direkt beim Interviewpartner anzubringen. Achte aber darauf, dass ein Ansteckmikro leicht Scheuergeräusche verursachen kann und man, wenn kein Mikro mit Sender vorhanden ist, den Interviewpartner an ein Kabel "fesselt". Qualitativ hochwertige Mikros gibt es u.a. von Shure und Sennheiser. Bei einem Interview mit einem Mobiltelefon kann auch gut das Headset verwendet werden.

Extras

Bei allen Mikrofonen sollte man einen so genannten "Plopp-Schutz" (Windschutz) verwenden. Das ist eine Schaumstoffkappe, die Wind-, Zisch- und Plopp-Laute verhindert. Für Sprachaufnahmen sind Mono-Mikrofone geeignet. Geräusche und Musik nimmt man am besten mit einem Stereo-Mikrofon auf. Bei Videoaufnahmen kann man das Mikro gut an die Kamera anschließen – achte auf die Anschlüsse der Kabel!
Nicht nur bei der Kamera empfiehlt sich ein Stativ oder Mikrofon-Ständer, sondern auch beim Ton. Es gibt Tischstative, die sehr klein und handlich sind, oder auch normale Stative, die jedoch beide einen speziellen Adapter für ein Mikrofon benötigen. Empfehlenswert ist hier ein "Galgen", eine Art Schwenkarm, mit dem man das Mikro sehr gut einrichten und justieren kann.

 

 

Video

Videokamera

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Kameratypen und Videoformate. Grundsätzlich gilt auch hier, dass es erheblich die Postproduktion erleichtert, wenn du ein digitales Format verwendest, denn du kannst das aufgenommene Material direkt in den Rechner überspielen. Auf einige der älteren Formate wie Hi-8 oder Normal-8 werden wir hier nicht eingehen, da sie doch zu den Dinosauriern gehören und auch fast als ausgestorben gelten dürften.
Bei allen Kameratypen gibt es Einsteiger- und Profimodelle, die sich natürlich durch erhebliche Preisunterschiede und Funktionsvielfalt gegeneinander absetzen. Für wenige hundert Euro bekommt man ein ordentliches Einsteigermodell. Du solltest dabei grundsätzlich darauf achten, ob man viele Dinge auch manuell einstellen kann (z.B. Schärfe, Weißabgleich, etc.) und ob es auch Anschlussmöglichkeiten für andere Geräte gibt, wie z.B. ein externes Mikro oder Kopfhörer. Auch die Anzahl und Qualität der verschiedenen Bildchips (CCD) ist ein Indikator für Qualität.

HD/HDV-Videokamera

Der HD/HDV Codec (High Definition Video) ist ein hochauflösender Codec, der dabei ist, sich langsam als neuer Standard zu etablieren. Die Auflösung liegt über der des traditionellen 16mm-Films, der früher in Serien und Spielfilmen im Einsatz war. Viele neue Fernseher können diese Auflösung darstellen und so werden immer mehr Fernsehsendungen auch in HD ausgestrahlt. Die günstigeren Geräte sind oft nicht sehr lichtempfindlich und das Bild "verrauscht" dann bei schlechten Lichtverhältnissen schnell. Auch die Datenmenge für die Postproduktion wird größer, so dass man einen entsprechend aktuellen Computer braucht, um die Daten auch verarbeiten zu können.

DV-Kameras

Weiter verbreitet und im Moment noch der Standard bei den Camcordern ist das bekannte DV-Format (Digital Video). Dieses Format zählt zu den besten Hobbyformaten, ist durchaus für Dokumentarproduktionen geeignet, die oft sogar im herkömmlichen Fernsehen sendefähig sind. Die Kameras zeichnen auf verschiedene Medien auf: Es gibt die MiniDV-Kassette, die DVD und einige Kameras zeichnen auch auf Festplatte auf.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen sind z.T. erheblich, aber unabhängig vom Speichermedium. Man findet hier günstige Kameras, die im Gegensatz zu den günstigen HDV-Geräten auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch gute Ergebnisse liefern. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Größe. Canon, Panasonic und Sony sind neben vielen anderen hier die gängigen Marken. Frage einfach mal in deiner Verwandschaft nach, vielleicht hat jemand so eine Kamera.

VHS-Kameras

Diese Kameras waren in den 80er und 90er Jahren sehr verbreitet und dürften noch in so manchen elterlichen Schränken aufzufinden sein. Leider haben diese Kameras keine sehr gute Qualität, zudem ist das Überspielen auf den Rechner meist nur über mehrere Umwege zu realisieren. Da brauchst du dann Videokarten, die analoges Material verarbeiten können, und die sind nicht sehr verbreitet.

Fotokameras & Mobiltelefone

Viele neuere digitale Fotokameras und auch einige Mobiltelefone haben auch eine Videofunktion. Die Qualität ist schwankend, kann aber durchaus ausreichen. Ein Problem ist hier vielmehr die begrenzte Aufnahmezeit und Speicherkapazität, die sich aber oft durch größere Speicherchips erhöhen lässt.

Licht & Filter

Für normale Aufnahmen reicht zumeist Tageslicht oder ein heller Raum aus. 
Sollte jedoch die interviewte Person etwas besser ins rechte Licht gerückt werden, empfiehlt sich zusätzliches Licht (also Scheinwerfer) oder Reflektoren.

Als Licht genügen meistens starke Lampen oder Strahler, besser sind professionelle Filmscheinwerfer (z.B. von Arri), die man sich mancherorts günstig leihen kann.

Sehr nützlich sind Reflektoren, die man sich entweder ebenfalls leihen, oder in Kamerageschäften kaufen oder selber basteln kann. Je nach gewünschter Lichtstärke und -wärme kannst du einen weißen Karton (eher weiche Reflektion) nehmen, eine Goldfolie (Sonnenlicht), oder eine Alufolie (hartes Licht) auf einen Karton spannen oder einen Spiegel verwenden (sehr hartes Licht). Wenn du etwas abdunkeln (oder wie es im Fachjargon heißt "abschatten") willst, kannst du ein Stück schwarzen Stoff (am besten Molton) einsetzen.

Wie kommst du an Technik

Es gibt verschiedene Möglichkeiten an das nötige Equipment zu gelangen. Oft genügt ein Blick in der eigenen Umgebung oft schon aus. In anderen Fällen kann man sich auch bei professionellen Verleih-Firmen das gewünschte Gerät ausleihen.
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